Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Reus erlöst Dortmund

Alles klar? Der Ball zappelt im TSG-Netz, Marco Reus blickt sicherheitshalber in Richtung Linienrichter. TSG-Torhüter Oliver Bau
Alles klar? Der Ball zappelt im TSG-Netz, Marco Reus blickt sicherheitshalber in Richtung Linienrichter. TSG-Torhüter Oliver Baumann kann es derweil nicht glauben.

Borussia Dortmund gewinnt das Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim verdient mit 1:0. Der eingewechselte Angreifer erzielt das Tor des Tages. 1899-Sportdirektor Alexander Rosen redet sich in Rage.

Zwölf Minuten waren die eingewechselten Marco Reus und Erling Haaland auf dem Feld, dann schlug das exquisite Duo auch schon zu. Ein abgewehrter Kopfball kam zu Erling Haaland, der spitzelte den Ball vor Torhüter Oliver Baumann zu Marco Reus und der Kapitän des BVB schob den Ball ruhig zum 1:0 ins Tor. Abseits? Nein. Das war der Siegtreffer für die Dortmunder, die gestern die bessere Mannschaft waren, weitaus mehr Chancen erspielten als die TSG 1899 und deutlicher hätten gewinnen können. Den Gastgebern scheint in der Länderspielpause etwas der Rhythmus abhanden gekommen zu sein. An den glorreichen Heimauftritt, an den 4:1-Sieg gegen den FC Bayern, vermochten sie nicht anzuknüpfen. Erling Haaland und Marco Reus hatten noch das 2:0 auf dem Fuß. Der BVB als Lieblingsgegner der TSG 1899, das hat sich erst einmal erledigt.

Die Borussia war schon Ende der ersten Halbzeit nahe dran am 1:0. In der 35. Minute klärte Robert Skov gerade noch vor der Linie bei einem Schuss von Giovanni Reyna, Thomas Meunier hatte zwei Minuten später Pech, dass sein Kopfball an der Latte landete. Bis dahin standen die Hoffenheimer kompakt.

Kramaric in Quarantäne

Der von Schalke 04 erneut ausgeliehene Sebastian Rudy fand sich gut ein, er agierte nicht zentral, sondern rechts im Mittelfeld, vergab allerdings fünf Minuten vor der Pause eine gute Chance, sein Schuss ging weit über das Tor. „45 Minuten haben wir viele Dinge auf den Platz gebracht, die wir uns vorgenommen haben. Hinten raus hat die Kraft gefehlt“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß.

Das Thema des Tages war auch in Sinsheim schnell gefunden. Reisen in Zeiten von Corona, die vielen Länderspiele. Bei der TSG fehlten gestern drei Spieler im Aufgebot. Torjäger Andrej Kramaric und Kasim Adams wurden nach TSG-Angaben positiv auf das Coronavirus getestet und müssen zehn Tage in Quarantäne. Pavel Kaderabek ist wegen eines Corona-Falles im familiären Umfeld zwei Wochen in Quarantäne.

Strammes Programm

Sportdirektor Alexander Rosen nahm all das zum Anlass, über Sinn und Unsinn der Spielerabstellungen an die diversen Nationalmannschaften zu sprechen. Seine Akteure Christoph Baumgartner (Österreich) und Munas Dabbur (Israel) waren zunächst keine Option, weil sie für ihre Auswahlteams im Dauereinsatz waren. „So wie es gelaufen ist, geht es definitiv nicht. Es ist einfach unverantwortlich. Es ist an der Zeit, ein Ausrufezeichen zu setzen, damit wir in der nächsten Abstellungsperiode anders agieren. Zur Not müssen wir intensiver darüber nachdenken, die Jungs nicht gehen zu lassen“, betonte er. „Wir müssen aufpassen, es ist gefährlich, es ist nicht gut zu reisen“, meinte BVB-Trainer Lucien Favre.

Das stramme Programm geht weiter, Borussia Dortmund spielt am Dienstag in der Champions League bei Lazio Rom, die TSG 1899 muss am Donnerstag in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad ran.

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