Fußball
Rückkehr mit dem HSV zum FKP: Sven Höh, von Gerry Ehrmann geprägt
Sven Höh verbindet am Wochenende das Berufliche mit dem Privaten. Als Torwarttrainer des Hamburger SV reist der gebürtige Lauterer am Freitag in die Heimat, denn der Bundesliga-Rückkehrer muss am Samstag um 13 Uhr in der ersten DFB-Pokal-Runde beim FK Pirmasens antreten – und das wird zum Familientreffen genutzt. „Meine Frau und die zwei Kinder kommen mit. Mein Bruder, meine Mutter und mein Vater sind beim Spiel auch dabei“, erzählt der 41-Jährige.
Nach zwölf Jahren beim 1. FC Kaiserslautern (erst im Nachwuchsleistungszentrum, dann bei den Profis) coacht er nun seit 2021 die Torhüter des HSV, bei dem aktuell der von Bayern München gekommene Daniel Peretz und Daniel Heuer Fernandes um den Platz zwischen den Pfosten wetteifern. Höh hat einen Vertrag bis 2028, fühlt sich nach eigenen Worten in Hamburg sehr wohl, weshalb die Familie inzwischen „ganz umgezogen“ sei – das Haus im westpfälzischen Bann wurde vermietet.
Die kleine Fußballwelt
Beim FCK habe er „eine gute Zeit“ gehabt, viele Torwarttalente und heutige Profikeeper ausgebildet. Geprägt habe ihn Torwarttrainer-Ikone Gerry Ehrmann. „Durch ihn habe ich erst die Möglichkeit bekommen, das hauptberuflich zu machen“, betont der ehemalige Inhaber einer Werbeagentur, der einen Abschluss in Sportmanagement hat. Auf dem Fröhnerhof schulte er auch Benjamin Reitz, die heutige Nummer eins von Pokalgegner Pirmasens. „Ich habe ihn damals von der FKP-Jugend zum FCK geholt“, sagt Höh und sinniert: „Die Fußballwelt ist so klein.“
In diesem Fall ist sie besonders klein. Denn Höh kennt in Pirmasens, 600 Kilometer von Hamburg entfernt, nicht nur Keeper Reitz. Beim SVN Zweibrücken, seiner letzten Station als Spieler, räumten der heutige Pirmasenser Cheftrainer Daniel Paulus und der Coach des FKP-Verbandsligateams, Stephan Schwarz, als Innenverteidiger vor ihm ab, FKP-U19-Trainer Peter Rubeck war ihr Übungsleiter, FKP-Torwarttrainer Thorsten Hodel und FKP-Stürmer Dennis Krob gehörten ebenfalls zum Niederauerbacher Team, das – mit Höh im Tor – 2008 im Stadion auf der Husterhöhe im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln mit 1:5 verlor. Daran erinnert sich Höh noch ebenso genau wie an die Einweihung des Pirmasenser Stadions vier Jahre zuvor: „Damals wurde der Ball zum Spiel von einem Fallschirmspringer gebracht.“
Als Nachtweih FKP-Trainer war
Denn Höh war auch vier Jahre FKP-Spieler, zwei Jahre in der A-Junioren-Regionalliga, zwei in der ersten Mannschaft. „Eine tolle Zeit“, schwärmt er. Unter anderem war der ehemalige Bayern-Star Norbert Nachtweih sein Trainer in Pirmasens. Damals lernte er schon Daniel Paulus kennen. Es wurde eine große, bis heute gepflegte Freundschaft. Paulus war daher Trauzeuge bei der Heirat von Höh, der das dann auch 2019 bei der Hochzeit von Paulus war. „Wir hatten damals eine Fahrgemeinschaft von Kaiserslautern nach Pirmasens mit Miguel Carvalho und Timo Klein. Wir haben ja fast täglich trainiert und so viel Zeit zusammen verbracht“, erinnert sich Höh. „Daniel und ich telefonieren regelmäßig. Ich verfolge das Abschneiden vom FKP genau. Vergangene Saison habe ich echt mitgezittert. Ich wünsche dem Verein, dass er wieder in die Regionalliga aufsteigt.“
Doch am Samstag sind die beiden Kumpel nun mal Gegner. Höh sagt dazu: „Wir haben die Favoritenrolle, der wir auch gerecht werden wollen. Aber ich kenne den sportlichen Ehrgeiz des FKP, und ich weiß, dass Daniel nach einer Niederlage keine gute Laune hat.“