FCK
Platz im Team gefunden: Redondo ist sehr gerne Prince
Es waren bange Momente. Als Kenny Prince Redondo am Samstag im Heimspiel des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gegen Viktoria Berlin nahe der Torauslinie liegen blieb, dachten einige Zuschauer auf der Nordtribüne an Schlimmeres. Es war zu sehen, dass sich der schnelle Offensivmann am Knie verletzt hatte. Hoffentlich keine schlimme Bänderblessur, nein, so etwas wünscht man niemandem.
Die Knieverletzung entpuppte sich als Risswunde, Redondo war im Vollsprint – und er ist meist wahnsinnig schnell unterwegs – an der Rasensprengerabdeckung hängen geblieben. Der Riss, der auf dem Platz sofort getackert wurde, hat geschmerzt. Aber Redondo biss auf die Zähne und spielte durch. Ein Aus wäre gerade für ihn sehr unglücklich gewesen, jetzt, da es so gut läuft für den „Roadrunner“. An jene Comic-Figur erinnert er tatsächlich etwas mit seinem Tempo, der in München geborene und aufgewachsene, gertenschlanke Sohn eines Äthiopiers und einer Spanierin.
Der „Roadrunner“ beißt sich durch
Was das Mannschaftstraining angeht, verordnete FCK-Chefcoach Marco Antwerpen dem flinken Offensivspieler, der durch seine Vorstöße des Gegners Abwehrreihen durcheinanderzuwirbeln vermag, in dieser Woche dosiertes Programm und etwas Schonung. Die Risswunde soll heilen können. Redondos Einsatz am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den Halleschen FC ist nach aktuellem Stand aber nicht in Gefahr.
Redondo spielt bei dem enormen Aufwärtstrend des FCK, der nur eines der 15 jüngsten Ligaspiele verloren hat, eine wichtige Rolle. Er scheint nach mehr als einjähriger Anlaufzeit seinen Platz gefunden zu haben bei den Roten Teufeln. „Letzte Saison war auch für mich selbst alles viel, viel schlechter hier“, sagt der 27-Jährige. Er hat sich durchgebissen, auch als ihn der sehr fragwürdige Platzverweis im Derby am 11. September gegen den SV Waldhof erneut aus der Bahn warf. Vieles ist Kopfsache, auch im Fußball. „Ganz entscheidend ist: Von der Birne her muss man stark bleiben“, sagt Redondo.
Ein Zaubertor im Derby
Der Lohn: Seit dem 20. November, dem 1:0 des FCK gegen Wiesbaden, stand er stets in der Startelf. Er zeichnet vor allem dafür verantwortlich, mit seinen schnellen Läufen Lücken in die Defensivstrukturen der Gegner zu reißen. Sein Manko indes: eigene Chancen verwerten. Ein Zaubertor immerhin gelang ihm im Derby am 6. November beim 1. FC Saarbrücken; als Joker nach Balleroberung und tollem Dribbling. Jüngst beim 2:0-Sieg gegen Berlin vergab er frei stehend.
„Klar ist es schön, wenn man selbst Tore schießt. Aber man erkennt oft erst im Nachhinein den Wert, die entsprechenden Räume freizumachen, für das Team zu arbeiten. Das bekomme ich auch oft vom Trainerteam in der Analyse gesagt“, sagt Redondo. „Ich bin an sehr vielen Spielzügen beteiligt. Das alles zeigt mir, dass ich nie aufgeben darf.“ Das haben ihm auch die persönlichen Tiefen und vor allem Höhen bei der Arbeit mit Marco Antwerpen vor Augen geführt. Der FCK-Trainer lobt Redondos Entwicklung: „Welche Fähigkeiten er hat, hat Kenny in den Trainingseinheiten gezeigt. Dass er es im Spiel nicht auf den Platz transportiert bekommen hat, hat uns immer verwundert. Das hat er jetzt aber komplett abgestellt, er präsentiert sich sehr, sehr griffig, sehr, sehr laufstark. Er geht auch in wirklich harte Zweikämpfe.“
Auch sein Sohn trägt einen besonderen Namen
Redondo lebt mit seiner Frau und seinem Sohn, der im März zwei wird, in Kaiserslautern, würde gerne über das Vertragsende im Sommer hinaus bleiben. Prince – auf seinen zweiten Vornamen ist Redondo stolz. „Meinen Eltern hat es gefallen, ich war der Erstgeborene. Ich find’s auch heute noch cool, deshalb haben wir unseren Sohn auch so genannt.“ Das Söhnchen ist „der ganze Stolz“ des Vaters – und heißt eben auch Kenny Prince.
