Biathlon RHEINPFALZ Plus Artikel Philipp Horn bitterer Tag

Als Erster am Schießstand, als Fünfter im Ziel: Philipp Horn traf mit acht Schüssen – inklusive Nachlader – nur zwei Scheiben.
Als Erster am Schießstand, als Fünfter im Ziel: Philipp Horn traf mit acht Schüssen – inklusive Nachlader – nur zwei Scheiben.

Die Generalprobe für die Biathlon-WM in vier Wochen im slowenischen Pokljuka ging für die Männer-Staffel des Deutschen Skiverbandes am Freitag daneben. Dabei sah es in Oberhof lange sehr gut aus.

Ratlosigkeit im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV). Philipp Horn suchte direkt nach dem Zieleinlauf die Flucht aus der Arena am Rennsteig in Oberhof. Er war nicht nur am Ende der Kräfte, er wirkte frustriert. Der Sportsoldat hätte sich am liebsten in den tiefen Schnee eingegraben. Denn diesen Moment wird der 26-Jährige so schnell nicht vergessen. Mit acht Schüssen inklusive Nachlader traf er nur zwei Scheiben und musste deshalb gleich drei Strafrunden absolvieren.

Der Lokalmatador spürte zuvor den Druck seines Konkurrenten Emilien Jacquelin, der auf ihn auflaufen konnte. Und diesen Druck hielt er nicht stand. Damit vergeigte der Schlussläufer, der als Erster den Schießstand zum Liegendanschlag erreichte, zumindest den erhofften Podestplatz. „Ich hatte versucht in die Mitte zu schießen, so wie ich es gewohnt bin. Ich habe keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe“, meinte Horn ratlos. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass ihm derzeit das Selbstvertrauen fehlt. „Ich habe mich trotzdem auf meine Stärken verlassen, denn ich weiß, was ich draufhabe.“

Norwegen fehlen nur 4,2 Sekunden

Bis auf Frankreich und Italien lag die Konkurrenz beim ersten Schießen schon weit zurück. Selbst die erfolgsverwöhnten Norweger waren nach der Strafrunde von Johannes Dale im Rückstand. Es kam nach dem Debakel von Horn aber ganz anders. Frankreichs Schlussläufer Emilien Jacquelin eilte nach jeweils einem Nachlader in beiden Schießdurchgängen alleine davon. Dominik Windisch (Italien) fiel zurück und Johannes Thingnes Bö (Norwegen), der ohne Fehler blieb, wurde zu einer Gefahr für die Tricolore-Staffel. Da kamen das Grinsen von Jacquelin nach dem letzten Schießen und die Freudensprünge von Quentin Fillon Maillet und Fabien Claude etwas zu früh. Am Ende fehlten Norwegen nur 4,2 Sekunden zum erneuten Triumph. Die Strafrunde von Dale wurden zum Verhängnis.

Ganz bitter war es für Horn. 450 Meter musste er zusätzlich absolvieren. Platz fünf war es am Ende. Dabei hatte das deutsche Quartett mit Horn, Erik Lesser, Benedikt Doll und Arnd Peiffer bis zum letzten Wechsel noch eine starke Vorstellung abgeliefert. Den letzten Staffel-Erfolg feierte die DSV-Staffel am Grenzadler vor genau zehn Jahren. Eine Wiederholung bleibt in weiter Ferne. Hinter den drei Etablierten Benedikt Doll (Breitnau), Erik Lesser (Frankenhain) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), die im Gesamt-Weltcup auf den Plätzen 11, 12 und 14 liegen, klafft eine große Lücket. Weder Johannes Kühn (Reit im Winkl), noch Philipp Horn (Frankenhain) oder Roman Rees (Schauinsland) haben bisher auch nur ansatzweise eine WM-Norm in diesem Winter abgeliefert.

Bundestrainer gibt Horn den Vorzug

Die Kriterien lauten: Eine Platzierung unter den top Acht oder zwei Ergebnisse unter den besten 15. Viele Chancen bleiben der zweiten Reihe nicht mehr. So gab Bundestrainer Mark Kirchner nach langer Diskussion mit seinen Kollegen dem Lokalmatadoren Philipp Horn den Vorzug. Dabei enttäuschte der Thüringer schon im Sprint nach drei Schießfehlern mit dem 50. Platz. Beim letzten Staffelrennen in Hochfilzen überzeugte er jedoch mit einem fehlerfreien Schießen und sicherte als Schlussläufer der DSV-Staffel den dritten Platz. Diesmal kam es ganz anders.

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