FCK
Philipp Hercher: Mit den Roten Teufeln etwas aufbauen
Es zwickt mal hier, mal da – aber alles in allem geht es Philipp Hercher gut. An die hohen Belastungen, an die englischen Wochen hat er sich gewöhnt. „Irgendwie ist man in einem Flow drin“, erzählt der 24-Jährige. Und schiebt ein Lob für das Regenerationsprogramm hinterher. Dass auch er schon auf der Bank saß, in Würzburg beispielsweise 75 Minuten lang zuschaute, ist für den Linksverteidiger kein Problem: „Alle drei Tage hundert Prozent zu bringen, ist echt schwer.“ Stattdessen versuchte er von der Bank aus, seine Kollegen auf dem Rasen zu unterstützen.
Gegen Uerdingen durfte Hercher von Beginn an ran, machte seine Sache gut – leitete in der zweiten Halbzeit das 3:0 von Lucas Röser mit einem starken Pass auf Janik Bachmann ein und bereitete das 4:0 von Hendrick Zuck vor. „Nach dem 2:0 hat die Mannschaft mehr Sicherheit bekommen. Es ist schön, dass ich Zucki einen auflegen konnte“, erzählt der 24-Jährige, der vor einem Jahr von Ligakonkurrent Großaspach nach Lautern kam.
Spieler wollen positive Schlagzeilen liefern
„Ich bin sehr froh, hier zu sein“, sagt Hercher. Gleichwohl weiß er, dass die Mannschaft hinter den Erwartungen geblieben ist. „Der Anspruch aller hier ist es, so schnell wie möglich aufzusteigen. Mir war auch von Anfang an bewusst, dass es ungemütlich werden kann, wenn es nicht läuft.“ Hercher sieht Qualität im Kader, hofft, dass das Team zusammenbleibt. Ihn freuen die Signale von Dominik Schad und Kevin Kraus, die ihre Verträge verlängert haben. Gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit. Am vorigen Montag hat die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung eingereicht. Philipp Hercher hat so etwas schon einmal in seiner Zeit beim VfR Aalen mitgemacht. „Wir Spieler können dem Verein helfen, indem wir positive Schlagzeilen produzieren“, sagt der 24-Jährige, der Vertrauen in die FCK-Führung hat. Die Mannschaft hat bereits angekündigt, auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten.
Positive Schlagzeilen, die möchten Hercher und Co. am Dienstag auch möglichst an der Ostsee produzieren. Doch die Aufgabe beim Aufstiegsaspiranten Hansa Rostock wird alles andere als einfach: „Sie haben einen Lauf, wollen unbedingt aufsteigen. Es gilt, alles dagegenzusetzen.“ Die Devise heißt für ihn, erst einmal defensiv gut zu arbeiten – auch wenn es den Linksverteidiger gerne mit nach vorne zieht. Die Mannschaft selbst habe sich intern noch Ziele gesetzt, möchte einige Plätze nach oben klettern.
Skarlatidis fällt weiter aus
Der Blick des 24-Jährigen geht aber auch in die fernere Zukunft. Sein Wunsch: Mit dieser Mannschaft möglichst etwas aufbauen. „Ich fühle mich sehr wohl im Team.“ Wenn an den richtigen Stellschrauben gedreht werde, könne sich auch etwas entwickeln beim FCK. Auch deshalb sei es sicher nicht schlecht, mit einem guten Abschluss in die Pause zu gehen.
Nicht mehr der Mannschaft helfen kann dabei der seit Wochen verletzte Simon Skarlatidis. Den Mittelfeldspieler plagen muskuläre Probleme im Adduktorenbereich. Er wird in dieser Saison nicht mehr für den FCK auflaufen, teilte Trainer Boris Schommers mit. „Wir werden kein Risiko eingehen, werden den Spieler jetzt rausnehmen und für die neue Saison aufbauen.“ Ansonsten meldete sich der Rest des Teams gestern einsatzbereit.
Erst am Dienstag nach Rostock
Der FCK wird erst am Dienstagvormittag an die Ostsee fliegen – und auch mit dem Flugzeug am späten Abend wieder zurückreisen. „Wir werden uns die Übernachtungskosten in einem Hotel sparen, dann kommen wir wirtschaftlich auf das Gleiche raus. Für die Steuerung der Belastung der Spieler ist das einfach besser. Wir haben einen sehr langen, intensiven Tag vor uns“, berichtete Trainer Schommers.
Der Tabellenfünfte aus Rostock ist mittendrin im Aufstiegsrennen, spielte am Samstag im Spitzenspiel beim MSV Duisburg gut, nutzte aber seine Chancen nicht und musste sich am Ende mit einem 0:0 begnügen. „Ich erwarte einen sehr starken Gegner, ein sehr schweres Spiel, eine hochmotivierte Mannschaft. Wir müssen eine absolute Top-Leistung bringen, um dort was mitzunehmen. Aber auch wir haben nach der Corona-Pause gute Ergebnisse erzielt, haben gerade im letzten Spiel gezeigt, dass wir Tore schießen können“, sagte der Trainer.
