Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ohne den Señor geht es bei den Löwen noch nicht

Gedeón Guardiola.
Gedeón Guardiola. Foto: KUNZ

War der Coup gegen den THW Kiel der große Befreiungsschlag? Am Donnerstag (19 Uhr) spielen die kurz euphorisierten Rhein-Neckar Löwen beim SC DHfK Leipzig. Gedeón Guardiola will seiner Mannschaft dann wieder helfen.

Ein Vormittag im Sportzentrum Kronau-Östringen. Das Training der Rhein-Neckar Löwen ist vorbei, die meisten Spieler sind schon unter der Dusche. Zwei Akteure haben sich den Basketball geschnappt, werfen lässig Richtung Korb – und plaudern dabei. Es sind Gedeón Guardiola und Ilija Abutovic, was auf den ersten Blick ein bisschen verwundert.

Denn die beiden sind Konkurrenten, Abutovic hat in dieser Saison Guardiolas Stammplatz in der Abwehrmitte übernommen. „Ich habe mit allen eine gute Beziehung. Drinnen und draußen“, betonte der spanische Welt- und Europameister gegenüber der RHEINPFALZ.

Der Saisonauftakt war hart

Dass er sich schwer tat, die neue Rolle anzunehmen, viel weniger zu spielen als früher, war dem 35-Jährigen in den ersten Saisonwochen anzusehen. „Es tat weh. Ich akzeptiere aber die Entscheidung des Trainers, meine Einstellung ist die eines Profis. Wenn ich von der Bank komme, versuche ich der Mannschaft zu helfen, versuche sie zu führen“, erklärte Guardiola. Im sagenhaften Heimspiel gegen den THW Kiel hat das großartig geklappt. Als Guardiola Mitte der ersten Halbzeit kam, wurde die Abwehr viel stabiler, die Löwen konnten mit Rückhalt Mikael Appelgren ihre Aufholjagd starten. „Alle Leute haben gedacht, dass es vorbei ist, als wir sechs Tore hinten lagen. Durch unsere Defensive haben wir dann Druck auf die Kieler gemacht. Das ist ein Spiel, an das wir uns noch lange erinnern werden“, meinte Guardiola.

Guardiola weiß nicht, wie es weitergeht

Ilija Abutovic ist 31 Jahre, Gedeón Guardiola zählt 35 Jahre. Abutovic hat seinen Vertrag im April bis 2023 verlängert. Ob die Löwen weiter mit dem Altmeister planen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, weißt die Familie Guardiola noch nicht. Seit 2012 spielt er für den Bundesligisten.

Der Spanier galt lange als einer der besten, wenn nicht sogar der beste Abwehrspieler der Welt. Bei den deutschen Meisterschaften 2016 und 2017 war er ein Eckpfeiler der Mannschaft. Mit Hendrik Pekeler machte er die Abwehr zum Bollwerk. Seine schwere Verletzung zu Beginn 2018 hat die Löwen den dritten Titel in Serie gekostet. „Wir warten darauf, was die Löwen wollen“, sagte Guardiola.

Klar ist für ihn, dass er weiter Handball spielt. „Ich fühle mich gut, ich fühle mich fit, vielleicht trete ich nach den Olympischen Spielen in der spanischen Nationalmannschaft kürzer“, erklärte der Abwehr-Gigant. Nach wie vor hat Guardiola eine wichtige Rolle im spanischen Team, dort bildet er mit Viran Morros schon lange den Innenblock. Er war beim Lehrgang im Oktober und geht davon aus, bei der EM im Januar dabei zu sein.

Spanier studiert Psychologie

Guardiola will seine Karriere fortsetzen, aber er ist für die Zeit danach vorbereitet. Er hat ein Fernstudium, Studiengang Psychologie, begonnen und möchte später einmal sein erlerntes Wissen im Sport weitergeben. Das ist sein Ziel, das ist sein Traum.

Aber zunächst einmal brauchen ihn die Löwen noch, wie der Handball-Feiertag vor einer Woche belegt hat.

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