Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Verrücktes FCK-Spiel gegen Dudenhofen

An drei Toren beteiligtEin Tor geschossen, ein Tor vorbereitet und einen Elfer verursacht: der Berliner im FCK-Trikot, Görkem Ko
An drei Toren beteiligtEin Tor geschossen, ein Tor vorbereitet und einen Elfer verursacht: der Berliner im FCK-Trikot, Görkem Koca (in Rot), hier mit Dudenhofens Lirim Mustafa.

Eintracht Trier dominiert die Oberliga. Auf das 1:1 vor 4300 Zuschauern gegen Worms ließ der Spitzenreiter den 13. Sieg im 14. Saisonspiel folgen: 3:0 vor „nur“ 2700 Fans gegen den bisherigen Tabellendritten Gonsenheim. Der FKP behauptet Rang zwei, der FCK II rückt auf Platz fünf vor.

FCK II - FV DUDENHOFEN 4:3

Wilder Schlagabtausch

Für Kevin Hoffmann, den Trainer des FV Dudenhofen, war die 31. Minute so etwas wie der Knackpunkt des Oberligaspiels beim 1. FC Kaiserslautern II. Ein Zweikampf zwischen FCK-Spieler Marius Bauer und Dudenhofens Tom Handrich an der Seitenlinie direkt vor den Trainerbänken: Handrich will sich umdrehen, bleibt im Rasen hängen. Ein Schrei, Handrich fasst sich gleich ans rechte Knie. Lange Behandlungspause, Handrich muss raus, Verdacht auf Kreuzbandriss.

1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt nach Toren von Marco Müller (19.) für den FCK und Kennet Hanner Lopez für den FVD. Und Dudenhofen war am Drücker. Bis zur Verletzung von Handrich. Hoffmann: „Da gab es einen Bruch im Spiel.“ Der FCK II nutzte die Nachspielzeit wegen der Verletzungspause aus: 2:1 durch einen Kopfball von Thomas Karamperis nach einer Ecke von Görkem Koca (45.+1), 3:1 durch Koca mit einem fulminanten Schuss ins linke Eck (45.+5).

Als dann Shawn Blum nach 59 Minuten das 4:1 für die U21 des FCK markierte, schien die Messe für Dudenhofen gelesen. Zumal der FCK weitere gute Möglichkeiten hatte, bei denen Dudenhofens Torwart Malcolm Little toll reagierte. So rettete er vier Minuten nach dem 4:1 gegen Blum, der alleine auf ihn zusteuerte. „Er hat uns da im Spiel gehalten“, lobte Trainer Hoffmann.

Und doch kam Dudenhofen noch einmal zurück – durch einen Pfiff von Schiedsrichter Jason Lieser, der ein Handspiel von Koca im Strafraum ahndete. „Meiner Meinung nach war es kein Handspiel“, sagte Koca zu der Szene. „Aber der Schiri war halt anderer Meinung.“ Sven Hoffman vollstreckte sicher (68.) – nur noch 4:2. Und der FCK II fing an zu wackeln. Zum einen, weil er in der Folge drei weitere hochkarätige Chancen nicht nutzte. Zum anderen, weil der eingewechselte Marvin Klehr den Ball zum dritten Treffer für Dudenhofen unter die Latte zimmerte (76.).

In der Schlussphase ging es dann wild hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Und mit dem besseren Ende für den FCK II, auch, weil Torwart Niklas Heeger einen Kopfball von Hoffmann noch über die Latte lenkte. „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben“, sagte FCK-Trainer Alexander Bugera. „Das Zittern am Schluss war unnötig. Immerhin haben die Jungs zumindest im Vergleich zum Anfang der Saison schon mal gelernt, solche Spiele zu gewinnen.“

WALDALGESHEIM - LUDWIGSHAFEN 1:1

Drei Platzverweise

Inklusive des Pokalspiels gegen den SV Morlautern am vergangenen Mittwoch ist der FC Arminia Ludwigshafen nach dem 1:1 (0:1) bei Alemannia Waldalgesheim jetzt seit vier Partien unbesiegt. Die ersten 20 Minuten gingen an die Gastgeber, die früh attackierten. Einen umstrittenen Handelfmeter von Pierre Merkel parierte Arminia-Torwart Kevin Urban (18.). Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit gelang Fabrizio Haas mit einem Kopfball nach einer Ecke das 1:0 für die Alemannia (45.+3). Nach Wiederbeginn drückte die Arminia vehement auf den Ausgleich, doch es dauerte bis zur 82. Minute, ehe Fabian Herchenhan nach einem Standard von Ricardo Antonaci den Ball ins Netz köpft. Zuvor hatte Laurenz Graf bei der größten Chance der Gäste mit einem Kopfball nur die Latte getroffen. In der Nachspielzeit wurde es hektisch. Antonaci sah die Ampelkarte (90.+1), danach gab’s Rot für Waldalgesheims Kenan Skenderovic und Wal Fall vom FC Arminia (90.+3).

MECHTERSHEIM - PFEDDERSHEIM 3:0

Kapitän zeigt Flagge

Der TuS Mechtersheim hat den Heimkomplex besiegt und mit dem 3:0 (2:0) gegen die TSG Pfeddersheim ein richtungsweisendes Duell auf der Oberliga-Kellertreppe klar und verdient gewonnen. „Schwer für den Kopf“, nannte TuS-Trainer Yusuf Kasal die Ausgangsposition seiner jungen Mannschaft.

In der 13. Minute setzte Mert Özkaya das erste Ausrufezeichen, Sören Pätzold parierte großartig. Mert Özkaya, erst 21 und doch schon Kapitän, sorgte in der 18. Minute für Mechtersheims Führung. Er traf gekonnt ins lange Eck. In dieser Phase erbeuteten die Gastgeber, gestützt auf eine fast fehlerlose Vierer-Abwehrkette, viele zweite Bälle und dominierten. Tufan Kelleci über rechts und Josip Saravanja über links setzten Nadelstiche. Beeindruckend ihre Linientreue. Durch den Rückstand sah sich Pfeddersheim gefordert, den Vorwärtsgang einzulegen, der meist im Leerlauf endete. Das eröffnete Räume für die hoch motivierten Mechtersheimer. Auch für Kelleci, der in der 25. Minute mit einem Traumpass die Dreier-Abwehrkette der TSG überspielte; Mert Özkaya stellte auf 2:0. Den möglichen Anschlusstreffer der klar unterlegenen Gäste vereitelte der wenig geforderte, aber hellwache TuS-Schlussmann Maxime Klein, der in der 29. Minute einen Distanzhammer von Belel Meslem toll entschärfte. Mechtersheim spielte nicht wie ein Tabellenletzter, Mechtersheim beeindruckte mit seinem Mittelfeld-Kreativ-Dreieck in Gestalt von Florian Brutscher, Mert und Kaan Özkaya. Das Nachlassen kurz vor der Pause schmeckte Trainer Kasal nicht. Mit dem 3:0 in der 67. Minute aber sorgte Maximilian Krämer nach Vorarbeit des umtriebigen Saravanja für Klarheit. Mario Cuc, der Coach der Gäste, sah nach dem Rückstand nur 17, 18 Minuten die Chance, durch ein Anschlusstor die Niederlage abzuwenden. Die Mechtersheimer aber beherrschten Spiel und Gegner.

Der 4:0-Pokalerfolg in Baumholder habe Selbstvertrauen gegeben, sagte „Maxi“ Krämer. Im Pokal traf er gleich dreimal, gegen Pfeddersheim machte der Zielspieler mit dem 3:0 alles klar. Am Dienstag (16 Uhr) schon geht’s in Baumholder weiter. Ein Sechs-Punkte-Spiel.

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