Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Morlautern schnuppert am Coup, Mechtersheim schafft ihn

Der Schütze des Mechtersheimer Siegtreffers, Maximilian Krämer (hinten in Blau Zweiter von rechts) beobachtet, wie sein Teamkoll
Der Schütze des Mechtersheimer Siegtreffers, Maximilian Krämer (hinten in Blau Zweiter von rechts) beobachtet, wie sein Teamkollege Maximilian Krüger (links) den Ball vor dem Wormser Simon Ludwig behauptet.

In der Oberliga nimmt der weit enteilte Spitzenreiter Eintracht Trier auch die Hürde in Morlautern. Rang zwei nimmt jetzt Gonsenheim vor Worms ein. Der witterungsbedingt pausierende FK Pirmasens fiel hinter Koblenz auf Rang fünf zurück.

SV Morlautern - Eintracht Trier 1:3

Der SV Morlautern musste sich in der letzten Oberligapartie vor der Winterpause Tabellenführer Eintracht Trier nach hartem Kampf mit 1:3 (1:1) geschlagen geben.

Es war wohl der schnellste Treffer, der je im Stadion Kieferberg erzielt wurde. Direkt nach dem Anstoß stürmte Yvan Kenmo in den Trierer Strafraum und traf unbedrängt nach etwa 20 Sekunden zum 1:0. Ein Treffer, der Wirkung zeigte. Der große Favorit tat sich schwer gegen die zweikampfstarken und mit großem Engagement verteidigenden Morlauterer. Die Gäste versuchten es vor 350 Zuschauern zunächst mit Fernschüssen, die aber der sichere SVM-Keeper Bakary Sanyang parierte. Dann leistete sich Kenmo einen fatalen Rückpass, den Vincent Boesen zum 1:1 nutzte (27.). Kurz danach fehlte nicht viel, und Kenmo hätte Morlautern erneut in Führung gebracht. Doch diesmal scheiterte er am Eintracht-Schlussmann Niklas Linke.

In der zweiten Halbzeit suchte Trier die Entscheidung und ging dann auch durch Jeremy Mekoma in der 60. Minute mit 2:1 in Front. Dabei sah Morlauterns Abwehr nicht gut aus. Alles klar für den Favoriten machte dann in der 81. Minute Daniel Hammel mit dem 3:1.

Obwohl der erhoffte Überraschungscoup nicht gelungen war, zeigte sich Daniel Graf zufrieden. „Die Jungs haben gekämpft und ein gutes Spiel gemacht“, sagte der Morlauterer Coach.

TuS Mechtersheim - Worms 1:0

Der TuS Mechtersheim hat seine Bilanz ausgeglichen. Nach dem 1:0 (0:0) gegen den bisherigen Tabellenzweiten Wormatia Worms überwintert die Elf von Trainer Yusuf Emre Kasal mit je acht Siegen, Unentschieden und Niederlagen auf Platz neun.

Worms zeigte vor 229 Zuschauern im ersten Durchgang, dass es ein anderes Kaliber war als die Teams, die sich zuletzt an der Kirschenallee vorgestellt hatten. Die Rheinhessen hatten mehr vom Spiel. Was fehlte, das waren zwingende Aktionen. Bei einer sich eröffnenden Möglichkeit trat Umat Sentürk über den Ball (9.), nach einer Ecke machte es Jannik Marx ihm nach, der zweite Versuch von Maximilian Fesser wurde geblockt, ehe Sandro Löchelt den Ball ins Toraus jagte (26.). Der TuS setzte aber immer wieder Nadelstiche. So verfehlte Mark Knäblein das Tor freistehend (24.), und hatte die beste Gelegenheit, als Krämer alleine vorm Tor auftauchte, aber schwach abschloss (44.).

Direkt nach dem Seitenwechsel machte es der kampf- und laufstarke Mittelstürmer besser. Tufan Kelleci hatte rechts zu viel Platz, seine Maßflanke nickte Krämer am langen Pfosten gegen die Laufrichtung von VfR-Torwart Luca Pedretti zum 1:0 ein (47.). Der TuS blieb in der Folge mit Kontern gefährlich, spielte seine Gelegenheiten aber unsauber aus. Die Wormaten kamen dagegen kaum gefährlich vors TuS-Tor, weil immer ein Körperteil der einsatzfreudigen Blauen im Weg stand. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir hier ein Tor schießen können. Ich bin total enttäuscht“, stellte Wormatia-Coach Peter Tretter fest. Kasal sagte: „Meine Mannschaft hat eine brutale Entwicklung genommen. Heute haben beide Mannschaften gut verteidigt. Wir haben auf die Umschaltmomente gewartet und den ersten nach der Pause gleich genutzt. Ein Riesenkompliment an meine Jungs.“

Engers - 1. FC Kaiserslautern II 3:3

Bis zur 90. Minute führte der 1. FC Kaiserslautern II im Oberligaspiel beim FV Engers mit 3:1 und kam am Ende nur zu einem 3:3 (1:1).

Vor 230 Zuschauern ging die U21 des Zweitligisten bereits in der dritten Minute durch ein Tor von Marius Bauer mit 1:0 in Führung. Mitte der ersten Halbzeit wurden die Gastgeber stärker. Nach Vorarbeit von Manuel Simons gelang Gabriel Müller das 1:1. In Abschnitt zwei hatte Lautern mehr vom Spiel und führte durch Tore von Zeki Görkern Koca (70.) und erneut Bauer (89.) klar mit 3:1. In der hektischen Nachspielzeit verkürzte zunächst Enrico Rössler, ehe Ex-Profi Kevin Lahn einen Handelfmeter in der achten Minute der Extrazeit zum 3:3 verwandelte. „Wir waren spielerisch über 90 Minuten das bessere Team und haben durch unsere eigene Dummheit noch zwei Punkte verschenkt“, ärgerte sich FCK-Trainer Alexander Bugera.

Ludwigshafen – Auersmacher 0:1

Der FC Arminia Ludwigshafen hat den Auswärtssieg in Pirmasens vor einer Woche nicht vergolden können. Das Team von Trainer Andreas Brill unterlag dem SV Auersmacher 0:1 (0:1).

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Die eher ungewollte Bogenlampe von Jan-Luca Rebmann senkte sich über FCA-Torwart Robin Schneider und sprang vom Innenpfosten ins Netz (4.). Den höchst unglücklichen Gegentreffer steckte die Arminia jedoch gut weg und erarbeitete sich erste Halbchancen. Zunächst schoss Laurenz Graf auf Kopfballvorlage von Bastian Hommrich über den Kasten (6.), dann zögerte Markus Schmitt nach einem guten Angriff über Lukas Kebernik und Matteo Monetta mit dem Abschluss zu lange und schoss Torwart Dirk Jank an (10.). Nach einer Möglichkeit für Hokon Sossah, dessen Schuss Schneider entschärfte (14.), köpfte Daniel Fichtner einen Eckball von Ricardo Antonaci übers Tor (16.). Nach dieser munteren Anfangsviertelstunde verflachte die Partie zusehends. Meist spielten sich die Aktionen zwischen den Strafräumen ab, keinem Team gelang es, sich deutliche Vorteile zu erspielen.

Nach Wiederbeginn besaß die Arminia die größeren Spielanteile, mühte sich auf dem tiefen und holprigen Boden, der flüssiges Kombinationsspiel fast unmöglich machte, nach Kräften um den Ausgleich, doch es fehlten Präzision und Durchschlagskraft. Auersmacher stand vielbeinig und gut gestaffelt und verlegte sich auf Konter. Trotz aller Anstrengungen der Einheimischen besaßen die Saarländer die besseren Chancen. Etwa bei einem abgefälschten Schuss von Oliver Bickelmann, der die Latte touchierte (67.), oder einem Fallrückzieher von Nils Birster, der nach der folgenden Ecke ebenfalls das Aluminium traf (68.). In der Endphase tauchte sogar Arminias Torwart Schneider bei Standardsituationen im gegnerischen Strafraum auf, doch der Ausgleich wollte nicht fallen.

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