Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Trainer für Mainz 05: Sportchef Heidel mit sehr konkreter Idee

War am Ende nicht mehr in der Lage, Mainz 05 aus der Krise zu führen: Trainer Bo Henriksen.
War am Ende nicht mehr in der Lage, Mainz 05 aus der Krise zu führen: Trainer Bo Henriksen.

Dass die Trennung von Trainer Bo Henriksen „so stilvoll wie es nur geht“ abläuft, das war Sportvorstand Christian Heidel vom 1. FSV Mainz 05 besonders wichtig.

Ein Klub auf Tauchstation? Ach was. Dreimal saßen Christian Heidel und Bo Henriksen zusammen. Am Montag, am Dienstag und am Mittwoch, am Mittwochnachmittag wurde die Freistellung des Dänen verkündet.

„Die Niederlage in Freiburg war noch einmal ein besonderer Schlag. Wir haben gehofft, dass wir den Bock in Freiburg umstoßen, weil es ja zwischen Bo und Mainz 05 nie ein Problem gab. Wir hatten ein besonderes Verhältnis“, erläuterte der Sportvorstand nun. Es kam anders, Mainz ging am Sonntag im Breisgau 0:4 unter, es war das achte sieglose Spiel hintereinander. Die Zwei beratschlagten sich und kamen einvernehmlich zu dem Ergebnis: Trennung. Hätte Henriksen noch eine Ausweg gesehen, der verunsicherten Mannschaft wieder Leben einzuhauchen, wäre es weitergegangen. Parallel dazu schaute sich Heidel schon mal um. Der Klub will zum Wochenende hin einen neuen Coach präsentieren, die Rheinhessen haben bereits „eine sehr konkrete Idee“. Interimstrainer Benjamin Hoffmann, für die Regionalliga-Mannschaft zuständig, sieht seine vordergründige Aufgabe darin, zum Spiel am Freitag gegen Mönchengladbach die Köpfe der Spieler frei zu bekommen.

Burkardts Abgang nicht kompensiert

Mainz 05 ist Bundesliga-Schlusslicht. Wie kam es dazu? Die erste Fehleinschätzung datiert schon vom Sommer. Wie wichtig Angreifer Jonathan Burkardt für die „Nullfünfer“ war, wurde kolossal unterschätzt. Der Klub war der Ansicht, dass Talent Nelson Weiper und Neuzugang Benedict Hollerbach den Nationalstürmer, jetzt Eintracht Frankfurt, würden ersetzen können. Das klappte nicht, nach einem kurzen, seltsamen Vertragsverlängerungs-Episode fand Weiper nie seine Rolle. In der Phase, in der Mainz 05 noch passabel spielte, holte das Team zu wenig Punkte. Der Eindruck verfestigt sich mehr und mehr: In der vergangenen Saison agierte die Mannschaft über Niveau. Sie – neudeutsch – überperformte, auch, weil fast alle an ihr Leistungslimit kamen. Zeitweise schien ja sogar der Sprung in die Champions League möglich, am Ende wurde es die Conference League, immerhin.

Selbstvertrauen ging verloren

Gutes Stichwort. Wie schon anderen Klubs gelang der Spagat zwischen den europäischen Festspielen und dem Ligaalltag nicht. Das Selbstvertrauen ging verloren, am Ende war nicht mehr viel da, wie das 0:4 beim SC Freiburg belegte. Der Auftritt war desolat. Paul Nebel sah die Rote Karte, es war bereits der fünfte Platzverweis in dieser Saison. Bo Henriksen schien ratlos, er war nicht mehr in der Lage, dem Team Zuversicht einzuimpfen. So wurde getrennt, was so wunderschön begann, zusammenzugehören schien. Der Däne hat sich laut Heidel von 70 Mitarbeitern verabschiedet, es sind viele Tränen geflossen.

Heikle Lage

Erneut ist Mainz 05 in einer sehr heiklen Lage. Wieder einmal. Ende 2020 holte der Verein in der Not Christian Heidel und Martin Schmidt zurück, sie installierten Bo Svensson, und das schier Unmögliche gelang. Klassenerhalt im Sommer 2021. Am Rosenmontag 2024 erwischte es Jan Siewert, Heidel zauberte den dato hierzulande unbekannten Bo Henriksen aus dem Hut, und in der Folge schaffte der dynamische Däne erneut ein kleines rheinhessisches Wunder: den Klassenerhalt im Sommer 2024.

Ob Mainz 05 am 16. Mai 2026 mit einem „Gegenentwurf“ zu Bo Henriksen, womöglich Urs Fischer, den Hattrick feiert?

Tipps der Redaktion

1. FSV Mainz 05 - Mönchengladbach 1:1
VfB Stuttgart - Bayern München 3:2
VfL Wolfsburg - 1. FC Union Berlin 3:1
FC Augsburg - Bayer Leverkusen 1:3
1. FC Heidenheim - SC Freiburg 1:2
1. FC Köln - FC St. Pauli 2:1
RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 4:2
Hamburger SV - Werder Bremen 1:1
Borussia Dortmund - TSG Hoffenheim 3:1

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