1. FC Kaiserslautern
Diese FCK-Spieler haben Spuren bei Weltmeisterschaften hinterlassen
Die Chance auf einen WM-Fahrer aus den Reihen des 1. FC Kaiserslautern war so groß wie seit über einem Jahrzehnt nicht. Hätten Naatan Skyttä mit Finnland oder Mahir Emreli mit Aserbaidschan die Qualifikation für das Welt-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada geschafft, wären sie in große Fußstapfen getreten. Denn die WM-Historie des FCK ist ruhmreich, auch wenn man die geschrumpfte internationale Bedeutung des Klubs in der Fußball-Neuzeit an der sinkenden Zahl der Nationalspieler ablesen kann. Seit nunmehr 24 Jahren haben die Lauterer keinen WM-Spieler mehr gestellt. Ein Überblick.
Der große Anteil am „Wunder von Bern“
In den Verteidigern Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich, Kapitän Fritz Walter, seinem Bruder Ottmar Walter und Horst Eckel standen gleich fünf Spieler aus Kaiserslautern in der Startelf der deutschen Nationalmannschaft, die mit einem 3:2-Sieg im Finale gegen Ungarn im WM-Finale 1954 das sagenumwobene „Wunder von Bern“ bewerkstelligte. Der legendäre FCK-Block ließ sich danach bei einem Autokorso durch Kaiserslautern feiern, sie wurden zur Keimzelle der bundesweiten Bedeutung des Klubs. Fritz Walter war mit dann 37 Jahren auch noch ein Teil der DFB-Elf, die bei der WM 1958 das Spiel um Platz drei mit 3:6 gegen Frankreich verlor.
Ausländische Nationalspieler beim FCK
Es folgte eine Durststrecke: Für die deutsche Nationalmannschaft spielte mehrere Jahrzehnte lang kein Profi, der beim FCK aktiv war. Die Farben der Roten Teufel vertrat aber der schwedische Kult-Torhüter Ronnie Hellström bei den Weltmeisterschaften 1974 und 1978. 1974 beim Turnier in Deutschland spielte auch FCK-Torjäger Roland Sandberg für Schweden. Er kam bei dieser WM auf sechs Einsätze, traf zweimal – auch zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen die DFB-Elf.
Der tschechische Abwehrorganisator Miroslav Kadlec wechselte wiederum erst an den Betzenberg, nachdem er die WM 1990 in Italien gespielt hatte. Spielmacher Youri Djorkaeff kam 1999 als Weltmeister in die Pfalz und wurde dann für das französische Team auch bei der WM 2002 in Japan und Südkorea nominiert. Weitere FCK-Profis, die in den 90er Jahren bei einer WM gespielt haben, waren Ciriaco Sforza (1994, Schweiz, 4 Einsätze), Verteidiger Michael Schjönberg (Dänemark, 1998, vier Einsätze) und Tom Dooley (1994, USA, vier Einsätze).
Die Neuzeit und der WM-Rekordtorschütze
Der erste Lauterer Nationalspieler, der mit der DFB-Elf nach der 1954er Generation zu einer WM fuhr, war Vereinsikone Hans-Peter Briegel, der beim Turnier 1982 noch am Betzenberg spielte, beim deutschen WM-Finaleinzug 1986 aber schon zu Hellas Verona gewechselt war. Während der mittlerweile verstorbene Andreas Brehme, WM-Held im Finale von Rom 1990, bei seinen drei Turnier-Teilnahmen nur 1986 offiziell für den FCK spielte, war Stefan Kuntz ein Roter Teufel, als er für die WM 1994 in den USA nominiert wurde, wo er es auf einen Kurzeinsatz brachte. Der spätere Lauterer Pokalheld Martin Wagner war bei der WM in den USA 1994 zweimal im Einsatz. Beim 1:2 im Viertelfinale gegen Bulgarien ging Wagner durch einen Kopftreffer k.o. und wurde in der 58. Minute durch Thomas Strunz ersetzt. Bei der WM 1998 in Frankreich konnte dann FCK-Torjäger Olaf Marschall nach seiner Einwechslung im Viertelfinale gegen Kroatien das Scheitern nicht verhindern (0:3).
Eine heutige deutsche Fußballlegende stand bei seinem ersten großen Turnier für die DFB-Elf ebenfalls noch in Kaiserslautern unter Vertrag. Miroslav Klose fuhr als Roter Teufel zur WM 2002, wo er gleich fünf Tore erzielte. Danach wurde er mit 16 Treffern zum WM-Rekordtorschützen. Ein historischer Wert, den der Argentinier Lionel Messi (13 WM-Tore) beim anstehenden Turnier attackieren könnte. Klose ist damit der letzte FCK-Profi, der bei einer WM gespielt hat. Der Pirmasenser Erik Durm (zwischen 2022 und 2024 am Betzenberg) spielte beim deutschen Titelgewinn 2014 genau wie Ex-FCK-Torhüter Roman Weidenfeller für Borussia Dortmund. Michael Ballack wurde ebenfalls erst ein prägender Nationalspieler mit WM-Erfahrung, nachdem er die Pfalz 1999 verlassen hatte.
Der gestrichene WM-Fahrer
Es ist eine Frage fürs Fußball-Pubquiz: Welcher Spieler wäre beinahe zum bis dato letzten WM-Fahrer geworden, den der FCK gestellt hat? Es war Stürmer und Paradiesvogel Mo Idrissou, der im vorläufigen kamerunischen Kader für die WM 2014 in Brasilien stand. Der damalige Nationaltrainer Volker Finke strich den Angreifer aber letztlich aufgrund einer Formkrise aus dem finalen Aufgebot.
