Handball
Neue Saison: Was Heßler und Abt mit den Eulen Ludwigshafen vorhaben
Lisa Heßler ist eine umtriebige Frau. Sie ist gefühlt Tag und Nacht für die Eulen Ludwigshafen unterwegs. Der Verein bedeutet der 32 Jahre alten Ludwigshafenerin sehr viel. Heßler kämpfte während der Pandemie ums Überleben der Eulen, für die Arbeitsplätze der Angestellten. Sie setzt sich aber auch für die Heimspielstätte der Eulen Ludwigshafen ein. Das ist die Friedrich-Ebert-Halle. Die ist fast 60 Jahre alt und muss saniert werden. Das soll 84 Millionen Euro kosten – Tendenz steigend.
Die Oberbürgermeisterin hat einen Neubau einer Multifunktionshalle nach dem Vorbild des SNP-Dome in Heidelberg beerdigt. Doch der Stadtrat grätschte jüngst dazwischen und war dafür, sich die Option eines Neubaus offen zu halten. „Als Geschäftsführerin muss ich auch die Infrastruktur im Blick haben“, sagt Heßler: „Ich bin überzeugt, dass eine neue Halle in Ludwigshafen viele Profiteure mit sich bringen würde.“ Michel Abt, der neue Trainer der Eulen, ist auch für eine neue Halle: „Eine Halle mit Platz für 3000 bis 5000 Zuschauern wäre wertvoll für den Klub.“
Ziel: Oben mitspielen
Da waren sich beide einig. Uneins sind sie sich aber über die offizielle Zielsetzung der Saison. „Entwicklung geht vor Ergebnis, deshalb werden wir keinen Tabellenplatz nennen“, sagt Heßler. Grundsätzlich stimmt Abt ihr da zu, doch er betont: „Ich will angreifen.“
Michel Abt ist gestern 32 Jahre alt geworden. Er rettete den Klub vorige Saison vor dem Abstieg. Drei Wochen vor Saisonende kam der Sport- und Geografie-Lehrer an einem Gymnasium in Östringen und verhinderte den Absturz von der Bundes- in die Dritte Liga. Die Eulen verlängerten Ende Juni den Vertrag bis 2024. Abt musste zunächst sein Stundendeputat an der Schule reduzieren.
Ein Typ wie Ben Matschke
Die Halle und das Saisonziel – nur zwei der klaren Visionen von Abt. Er hat aber mehr vor – und dafür seine Pläne. In diese weiht er die Spieler und seinen neuen Co-Trainer Andrej Kogut – er spielte von 2010 bis 2015 bei den Eulen – seit 19. Juli ein. Abt wurde mit den Rhein-Neckar Löwen II Meister in der Dritten Liga. Er weiß, wie man mit jungen Spielern umgeht, wie man eine Mannschaft entwickelt. Drei Akteure haben die Eulen verpflichtet: Lion Zacharias (Linksaußen) und Sebastian Trost (Rückraum) kamen von den Rhein-Neckar Löwen. Kaspar Manfeldt-Hansen (Kreisläufer) aus Handbold in Dänemark. Es sind drei junge Spieler, die die Philosophie des Klubs verdeutlichen – Talente auf hohem Niveau entwickeln.
Michel Abt ist ein ähnlicher Typ wie Ben Matschke – offen, kommunikativ, mit pädagogischem Hintergrund, mit Einfühlungsvermögen für die Mitmenschen, mit viel Handball-Sachverstand. Matschke stieg 2017 mit den Eulen in die Bundesliga auf und blieb vier Jahre mit dem Team in der Eliteliga. Abt gibt zu, dass er mit Matschke, der bei der HSG Wetzlar großen Erfolg hat, in Kontakt steht. „Wenn ich eine Frage habe, dann kann ich ihn anrufen“, sagt Abt: „Aber das hier wird mein eigenes Ding und kein Matschke-Abklatsch.“
Der Fahrplan
29. Juli: Testspiel in Köndringen-Teningen
2. bis 6. August: Trainingslager in der Hohen Salve
29. bis 31. Juli: Sparkassen-Cup in Altensteig
12. bis 15. August: Sparkassen-Cup in Gensungen
20. August: Testspiel in Waldsee gegen die TG (16.30 Uhr) und um 18.30 Uhr gegen Zweitligist Bietigheim
26. August: DHB-Pokal in Pforzheim/Eutingen (19 Uhr)
3. September: Zweitliga-Auftakt gegen Balingen (19 Uhr)
10. September: Eisenach - Eulen Ludwigshafen (19.30)