Herxheim
Nach tödlichem Unfall: Keine strengeren Sicherheitsbestimmungen beim Sandbahnrennen
Das Unglück wirkt natürlich nach. Im Rahmenprogramm wird es neben den Rennen zur WM Läufe der nationalen Soloklasse und auch der internationalen Seitenwagenklasse geben. Der Motorsportvereinigung Herxheim ist es gelungen, ein namhaftes Fahrerfeld mit Gespannen aus fünf Nationen zusammenzustellen, obwohl im vergangenen Jahr ein tödlicher Unfall bei den Seitenwagenrennen zum Abbruch des Rennens am 3. Oktober geführt hatte.
„Der Unfall ist noch immer sehr bedauerlich und wurde auch in verschiedenen Gremien thematisiert“, sagt der Zweite Vorsitzende und ehemalige Rennleiter der Motorsportvereinigung Herxheim, Joachim Ohmer. Das Unglück sei von den Offiziellen und der Polizei eingehend auf ein Fremdverschulden untersucht worden, „was nicht der Fall war, womit es ein tragischer Unfall bleibt“.
Sicherheit der Strecke festgestellt
Auch in Sachen Sicherheit sei die Tragödie von Herxheim in verschiedenen Gremien unter die Lupe genommen worden. Ohmer: „Unter anderem wurden auch beim Deutschen Motorsport-Bund, wie in jedem Jahr, mögliche Sicherheitsverbesserungen im Motorsport beraten, und auch dieser Unfall wurde in diesen Gremien analysiert. Auch unsere Rennstrecke wurde im Frühjahr nochmal überprüft, es wurde die hohe Sicherheit der Strecke festgestellt.“
Zum Sport. Der Modus der Langbahn-WM ist schnell erklärt: Jeder der 15 Fahrer bestreitet fünf Vorläufe, und die besten drei nach den Vorläufen stehen auf direktem Wege im Finale, wenn es um 21 WM-Punkte für den Sieger geht. Die letzten beiden Plätze im Finallauf werden dann noch im Vorfeld des Finals in einem Hoffnungslauf der Fahrer auf den Plätzen vier bis acht vergeben. Also geht es für die Fahrer vor allem darum, ins Finale zu kommen, in dem dann die Uhren erneut auf Null gestellt werden, da nur die Platzierung im Endlauf zählt.
Smolinski ist der Gejagte
Im vergangenen Jahr lief es für Martin Smolinski in Herxheim zunächst wie am Schnürchen. Trotz seines Ausfalls im letzten Vorlauf führte der Bayer das Finale in Herxheim an, als das Motorrad erneut streikte und der Bayer nur Fünfter wurde. Smolinski legte in Herxheim dennoch den Grundstein für den späteren Titelgewinn und wurde im September 2023 in Mühldorf zum zweiten Mal in seiner Laufbahn Weltmeister. „In meinem Team sind alle heiß drauf, den Titel zu verteidigen“, betont Smolinski, „wir haben die Bikes neu aufgebaut und werden am Mittwoch im Training nochmal alles auf Herz und Nieren testen, um am Donnerstag mit einem guten Resultat ins Rennen starten zu können.“
Mit Blick auf die härtesten Herausforderer Smolinskis besticht ein Fahrer, der kein permanenter WM-Teilnehmer ist und als Gaststarter in Herxheim dabei sein wird. Erik Riss, selbst schon zweimaliger Weltmeister auf der Langbahn, legte in der jüngeren Vergangenheit seinen Fokus auf die Rennen im Speedway, peilt aber eine Rückkehr in die Langbahn-WM an und will zeigen, dass auch er in die Weltelite der Sandbahnfahrer gehört. Aus Deutschland dürften auch Lukas Fienhage (Weltmeister 2020) und Michael Härtel zum Favoritenkreis zählen, ebenso wie die Briten Chris Harris und Zach Wajtknecht sowie Kenneth Kruse Hansen (Dänemark).
„Wir stehen noch ganz früh in der Saison, und für manche im WM-Feld ist Herxheim das erste Langbahnrennen in diesem Jahr. Deswegen ist es noch schwer auszumachen, wer zu den härtesten Konkurrenten zählen wird“, sagt Smolinski. Er weiß: „In der Weltmeisterschaft gibt es keine langsamen Fahrer. Man darf generell niemanden unterschätzen.“