Handball
Nach schwieriger EM: Deutsches Team will einfach weitermachen
Sechs Wochen sind vergangenen, seit die deutsche Mannschaft in Bratislava die Rückreise von der Europameisterschaft antrat. Es war ein äußerst kompliziertes Turnier. Nach dem verheißungsvollen Auftakt mit dem 33:29 gegen Belarus brachte eine Corona-Infektionswelle das deutsche Team durcheinander. Es gab 16 infizierte Spieler vor Ort.
Auf einem guten Weg
Für Bundestrainer Alfred Gislason war die Nachbereitung der EM dann auch knifflig. „Die Analyse war sicherlich nicht so einfach. Natürlich versucht man herauszufiltern, was gut war und was besser gemacht werden muss. Für uns war wirklich schade, dass wir so früh durch Corona betroffen wurden. Wir waren auf einem sehr guten Weg. Ich gehe davon aus, dass wir da weitermachen“, meinte Gislason, der mit seiner Auswahl bei der Europameisterschaft in der Slowakei und Ungarn am Ende Siebter wurde.
Sportvorstand Axel Kromer baut auch darauf, dass die Mannschaft nahtlos an die zunächst guten Auftritte anknüpft: „Das wird relativ schnell vonstatten gehen. Und dann können wir uns wieder auf das Niveau berufen, das wir uns im Januar erarbeitet hatten.“
Vertrauen in den Kader
Wie auch immer. Der Kader entspricht weitgehend dem ursprünglichen Kader für die Europameisterschaft. Neu ist nur Kreisläufer Tim Zechel vom HC Erlangen. Veit Mävers von der TSV Hannover-Burgdorf stand bereits im erweiterten Aufgebot, kam aber in Bratislava nicht zum Zuge.
Mit der Personalie Zechel reagierte der Bundestrainer auf den Rücktritt von Patrick Wiencek vom THW Kiel. Gislason bedauerte die Entscheidung des Routiniers. „Er hat schon vor einiger Zeit angedeutet, dass es nicht endlos lange weitergeht. Natürlich habe ich gehofft, dass er noch ein paar Jahre dabei bleibt. Es ist sehr schade, mit 33 Jahren ist er noch nicht so alt, dass er aufhören muss“, erläuterte Alfred Gislason am Dienstag.
Veit Mävers darf sich zeigen
Veit Mävers darf sich auf der Mittelposition zeigen, er muss sich hinter Philipp Weber und Luca Witzke einreihen. Dass Juri Knorr (21) von den Rhein-Neckar Löwen wie bei der EM nicht berufen wurde, bedeutet nicht, dass Gislason nicht mehr mit dem Rückraumspieler plant. Axel Kromer unterstrich, dass abermals nach Leistunsgesichtspunkten nominiert wurde. Knorr hat bei den kriselnden Löwen keine einfache Zeit. Und bei der EM fehlte das große Spielmachertalent, weil es nicht geimpft war.