FCK
Nach dem Heimsieg: keine Entschuldigung – nur Erleichterung
Am Ende hat alles andere kaum noch eine Rolle gespielt. Es war über weite Strecken eine grausige Fußball-Drittliga-Partie im Novembernebel in dem großen leeren Betonkessel am „Betze“. Aber das war nach dem spät herausgeschossenen 1:0 (0:0)-Erfolg des 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Lübeck nur noch klitzekleine Randnotiz.
Am Ende zählte das Resultat nach einem der ganz wenigen guten Spielzüge der Lauterer. Der eingewechselte Hendrick Zuck leitete den entscheidenden Angriff mit einem feinen Zuspiel aus dem Mittelfeldzentrum heraus ein. Der ebenfalls frisch ins Spiel gekommene Marlon Ritter vollendete nach Doppelpass mit Kenny Prince Redondo zum 1:0 (88.).
„Bei uns war nicht so viel nach vorne“
„Bei uns war nicht so viel nach vorne“, räumte Joker Ritter ein, vorigen Samstag nach dem 1:1 in Halle wegen einer verpassten Schuss-Gelegenheit noch kritisiert. „Ich wollte eigentlich schießen“, sagte der 26-Jährige nun mit Blick auf den erfolgreichen Spielzug gegen Lübeck. „Aber der Verteidiger stand vor mir, dann hab’ ich den Ball auf Kenny gespielt, er spielt ihn noch mal quer. Das hat gepasst.“
Als sich ein 0:0, ein erneutes Lauterer Remis anzubahnen schien, jubelten Ritter und Redondo, erneut emsiger Vorbereiter, brüllten sich gemeinsam mit den Kollegen viel Frust aus den vergangenen Wochen von der Seele. „Das Tor kam ein bisschen aus dem Nichts. Aber es war ganz wichtig, den ersten Heimsieg einzufahren“, sagte Innenverteidiger Kevin Kraus, der mit Janik Bachmann erneut ein starkes Duo im Abwehrzentrum der Lauterer bildete.
„Am Schluss zählt nur der Sieg“
„Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Man hat gemerkt, dass der Gegner nach vier Siegen hintereinander mehr Selbstvertrauen hatte als wir. Aber am Schluss zählt dann der Sieg“, sagte FCK-Trainer Jeff Saibene. „Ich denke, wir müssen uns nicht entschuldigen. Wir haben uns seit Wochen einen Sieg verdient. Heute war er vielleicht glücklich, der Sieg. Aber wir nehmen ihn natürlich gerne mit.“
Glück für Gözütok
Für den angeschlagenen Rechtsverteidiger Philipp Hercher, der, so sein Trainer, „leichte muskuläre Probleme, nichts Schlimmes“ hat, kam Anil Gözütok. Der 20-Jährige, von Saibene zuletzt oft für seine Trainingsleistungen gelobt, hatte Glück, dass der Schiedsrichter bei seinem Duell mit Soufian Benyamina auf Stürmerfoul entschied – Gözütok versperrte dem Angreifer den Weg, ohne selbst die Chance auf Ballgewinn zu haben. Aber Saibene sah die Partie als Ausgleich für viele Spiele in den vergangenen Wochen, in denen der FCK das Glück nicht gerade gepachtet hatte.
Die Lauterer sind nach dem ersten Heimsieg auf Platz 14 geklettert. Allerdings haben vier Teams, die hinter dem FCK liegen, noch Nachholspiele. Für die Roten Teufel wartet am Sonntag (14 Uhr) das Derby bei Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken.
