Schwimmen Michael Groß wird 60: „Albatros“ beschäftigt sich heute mit KI

Michael Groß und seine Frau Ilona.
Michael Groß und seine Frau Ilona.

Michael Groß zählt zu den erfolgreichsten deutschen Schwimmern. Nun wird er 60 Jahre alt. Wie er genau feiert, verrät er nicht. Was er heutzutage so macht, aber schon.

Im Hallenbad war Michael Groß nach eigenen Angaben seit der Corona-Pandemie „kein einziges Mal“ mehr. Der „Albatros“, wie der dreifache Olympiasieger zu seiner aktiven Zeit als Schmetterlings- und Freistilschwimmer genannt wurde, hat mittlerweile andere Schwerpunkte im Leben.

Groß ist Honorarprofessor an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, hat zuletzt ein Buch mit dem Titel „KI-Revolution der Arbeitswelt“ veröffentlicht. Ein Engagement im Schwimmsport? „Das ist komplett abgehakt“, sagt er vor seinem 60. Geburtstag am Montag: „Digitale Transformation, KI und arbeiten: Das ist mein Schwerpunkt.“

Olympia-Gold 1984 in Los Angeles.
Olympia-Gold 1984 in Los Angeles.

Die Sportdisziplin, die er mit sechs Olympiamedaillen, 13-mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften (davon fünfmal Gold) und Weltrekorden in den 1980er Jahren und Anfang der 1990er prägte, verfolgt er nur noch aus der Distanz. „Das ist so weit weg. Jeder, der sich mit olympischem Sport beschäftigt, weiß genauso viel wie ich“, sagt er. Er habe zwar mitbekommen, dass Deutschland bei den anstehenden Sommerspielen in Paris ganz gute Medaillenchancen habe, eine detaillierte Prognose will er aber nicht abgeben.

„Gerade, weil ich von dem Metier Ahnung habe, aber keine Informationen, werde ich mich zurückhalten“, sagt er und ergänzt: „Weil ich weiß, welche Informationen man braucht, um wirklich eine fundierte Meinung zu haben.“ Zuschauen will er trotzdem, wenn beispielsweise Langstreckenexperte Florian Wellbrock oder Weltmeisterin Angelina Köhler über 100 Meter Schmetterling ins Wasser springen.

Schwimmen? Vor allem im Urlaub

Rund anderthalb Monate vor den Spielen steht aber erst einmal der runde Geburtstag an. Eine große Feier soll es nicht geben. „Das habe ich noch nie gemacht“, bemerkt Groß: „Mir ist es wichtig, mit den wirklich guten Freunden eine schöne Zeit zu haben. Aber was wir machen, das sage ich nicht.“ Und selber schwimmen? So ganz verzichtet er darauf dann doch nicht – auch ohne Hallenbadbesuch: „Im Urlaub schwimme ich viel – im See oder im Meer, je nachdem wo wir sind“, sagt Groß.

Auf seinen berühmten Spitznamen reagiert er übrigens nicht mehr. „Kürzlich bin ich nach einem Vortrag durch Erfurt gegangen. Da sagte jemand hinter mir, 'guck mal, da läuft der Albatros'. Auf so etwas reagiere ich nicht, ich habe ja einen Namen“, erzählt Groß.

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