FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Marco Antwerpen spricht von „herausragender Leistung“ – und schaut schnell gen Berlin

Verbessert: Kenny Prince Redondo (Mitte) gegen Nico Elvedi.
Verbessert: Kenny Prince Redondo (Mitte) gegen Nico Elvedi.

Warum nicht immer so? Der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern präsentierte gegen die Borussia aus Mönchengladbach eine Leistung, die es zu konservieren gilt. Der Trainer der Roten Teufel lobt seine Elf – und formuliert eine klare Forderung.

Marco Antwerpen neigt nicht zwingend zum Übermut, diese Feststellung lässt sich nach sechseinhalb Monaten Amtszeit auf dem Betzenberg schon treffen. So sprach der Trainer des 1. FC Kaiserslautern nach dem 0:1 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach zwar von einer „herausragenden Leistung“ seiner Mannschaft, er machte umgehend aber auch klar, dass der Lorbeer der Performance gegen den letztjährigen Champions-League-Teilnehmer rasch verwelken kann und es keinen Anlass für allzu große Zufriedenheit gibt. „Stolz bin ich, wenn wir am Sonntag gewinnen“, betonte Antwerpen, „wir müssen einfach auch mal anfangen zu liefern.“ Am Sonntag (13 Uhr) gastiert der FCK bei Viktoria Berlin. Drittliga-Alltag statt großer Bühne. Viele Fans der Roten Teufel stellten sich nach dem Auftritt am Montagabend die Frage aller Fragen: Warum nicht immer so? Wenn man einem Topklub die Stirn bieten kann, dann doch wohl auch jedem Drittligisten, oder nicht? So einfach ist’s freilich nicht, und doch fiel auf, wie couragiert, wie schneidig der FCK gegen die Borussen in die Zweikämpfe ging, für ein ausgeglichenes Verhältnis an Ballbesitz sorgte und meist gut verteidigte. Meist, aber eben nicht immer. Die mangelhafte Zuordnung beim 0:1 durch Lars Stindl versetzte Antwerpens Team schon in der elften Minute einen Tiefschlag.

„Gut den Weg zurückgefunden“

Positiv zu notieren ist, dass der FCK sich von diesem geschwind erholte. „Wir haben uns nicht erschrecken lassen und gut den Weg zurückgefunden“, resümierte der deutlich besser als in Meppen disponierte und nach dem Abpfiff „ein bisschen bedrückte“ Kenny Prince Redondo, „wir haben ein super Spiel gemacht, aber es hat sich eben gezeigt, dass der Gegner eine Erstligamannschaft ist und einen Fehler bestraft.“ Redondo leitete für die kommenden Spiele ab, dass die Mentalität, die Laufbereitschaft, das „Zerreißen auf dem Platz“ konserviert werden müssten. Jean Zimmer pflichtete dem bei: „Man hat bei allen gesehen, was wir auf den Platz bringen können.“

„Wir vergessen das Toreschießen“

Zimmer selbst personifizierte das vielleicht größte Lauterer Problem dieser Tage: die fehlende Effizienz. Von Redondo bedient, stand er in der 25. Minute frei vor Yann Sommer – und scheiterte. Marco Antwerpen mag vor allem diese Szene im Kopf gehabt haben, als er sagte: „Wir vergessen das Toreschießen. Wir müssen kühler vor dem Tor werden, dann sind wir auch in der Lage, ein Spiel zu gewinnen.“

Julian Niehues könnte ein Gewinner des Abends sein. Gegen seinen Ex-Klub bewies der 20-Jährige, dass er im defensiven Mittelfeld eine echte Alternative ist. „Das wird mir Sicherheit geben“, sagte Niehues. „Es ist ärgerlich, dass wir nix geholt haben, im Endeffekt hat uns vielleicht das Glück gefehlt. Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen und arbeiten können, auch gegen eine starken Bundesligisten.“

Der Gladbacher Fußball-Lehrer Adi Hütter feierte unterdessen einen gelungenen Pflichtspieleinstand, ehe es für ihn und die Seinen am Freitagabend anlässlich des Bundesligastarts gegen die Münchner Bayern geht. Der Österreicher hatte mit seiner Elf ein „rassiges, emotionales, interessantes“ Pokalduell erfolgreich abgeschlossen, „verdient“, wie er fand. Ins Tor hatte Hütter den Schweizer Yann Sommer beordert, nicht Tobias Sippel, den ehemaligen Kaiserslauterer.

Tobias Sippel wird gefeiert – und feiert die Fans

Der Anhang der Roten Teufel feierte den 33-jährigen Sippel immer wieder mit Sprechchören, auch nach der Begegnung, als er sich allein auf dem Rasen präsentierte. „Es ist eben meine Heimat, und die Leute vergessen das auch nicht“, sagte Sippel. „Deswegen bin ich sehr stolz, für diesen Verein gespielt zu haben.“

Eine Geste, die alles sagt: Tobias Sippel auf dem Betzenberg.
Eine Geste, die alles sagt: Tobias Sippel auf dem Betzenberg.

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