Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Männer-WM: Mit Blase und Zuschauern

Entschlossen: IHF-Präsident Hassan Moustafa (Mitte). Links: DHB-Präsident Andreas Michelmann.
Entschlossen: IHF-Präsident Hassan Moustafa (Mitte). Links: DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Rund um die Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten entzündete sich in den vergangenen Wochen viel Kritik – vor allem aus Deutschland. Der Weltverband stellt sich der mit einem umfassenden Hygienekonzept entgegen und möchte Vorbild für andere sein.

Für Hassan Moustafa war die Sache schon lange klar, und deshalb machte der Präsident des Handball-Weltverbandes (IHF) am Donnerstag auf einer virtuellen Pressekonferenz deutlich, dass die Weltmeisterschaft in seinem Heimatland wie geplant vom 13. bis 31. Januar stattfinden werde. „Die Regierung in Ägypten wird dafür sorgen, dass die WM für alle Beteiligten, also für Spieler, Offizielle, Schiedsrichter und Besucher sicher sein wird“, sagte Moustafa. Der IHF-Boss lobte die Zusammenarbeit der WM-Organisatoren mit den Behörden in Kairo ausdrücklich und ging in seiner Werbung für die Weltmeisterschaft Anfang des nächsten Jahres sogar noch einen Schritt weiter: „Diese Veranstaltung wird ein Erfolg sein, und gleichzeitig ein Vorbild für andere.“

Hygienekonzept soll für Vertrauen sorgen

Der mächtige Präsident steht seit genau 20 Jahren an der Spitze der IHF, die WM in der Heimat gilt als ein „Geschenk“ an ihn. Vermutlich ärgerte er sich deshalb auch an den Stimmen aus Europa, die eine Verlegung des Turniers um ein Jahr oder eine komplette Absage forderten. Bei der virtuellen Pressekonferenz in Zürich gelang es ihm aber, den Ärger zu unterdrücken. „Wenn Spieler nicht spielen wollen, dann ist das ihre Entscheidung und die der Nationalverbände“, sagte der Ägypter: „Ich hoffe aber, dass alle Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle an der WM teilnehmen. Das ist für die gesamte Handball-Familie wichtig.“

Den geäußerten Zweifeln bezüglich der Sicherheit traten Moustafa und die WM-Organisatoren mit einem umfangreichen Hygienekonzept entgegen, das in Zürich vorgestellt wurde. Demnach werden alle Beteiligten an der WM mit der Ankunft am Flughafen regelmäßig getestet und befinden sich während des Turniers in einer Bubble (Blase), in die von außen nicht eingedrungen werden kann. Selbst die Angestellten in den Teamhotels sind Teil der Blase, so dass Infektionen nahezu ausgeschlossen sein sollen.

Wie bei der Frauen-EM in Dänemark

Im Grunde ist das Konzept mit dem identisch, das gerade bei der Europameisterschaft der Frauen in Dänemark angewendet wird. Das beinhaltet auch, dass Spieler und Offizielle das Teamhotel nur für die Trainingseinheiten und die Partien verlassen dürfen. Spaziergänge oder kleine Ausflüge in der Stadt, die bei Turnieren für willkommene Abwechslung bei den Sportlern sorgen, sind nicht möglich. „Jeder, der gegen die Regeln verstößt, wird vom Turnier ausgeschlossen“, erklärte der IHF-Boss.

Bis zu 5000 Fans in der Halle

Für eine überraschende Nachricht sorgte der IHF-Präsident mit der Ankündigung, die Spiele vor Zuschauern austragen zu wollen. „Es sind noch einige Gespräche mit den Behörden nötig, aber wir planen mit einer Auslastung von 30 Prozent“, erklärte Moustafa. Das bedeutet, dass die Finalspiele in der „Cairo Stadium Sports Hall“ mit einem Fassungsvermögen von 17.000 Zuschauern von bis zu 5000 Besuchern vor Ort besucht werden können. Fraglich ist, ob Fans aus dem Ausland nach Ägypten reisen werden, denn seit mehreren Monaten besteht zumindest in Deutschland eine Warnung des Robert-Koch-Instituts für Reisen nach Ägypten.

Es sind noch nicht alle Details geklärt, aber die grundsätzliche Frage stellt sich zumindest für Moustafa nicht. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir diese WM ausrichten werden“, sagte der IHF-Präsident, dessen Spitzname seit vielen Jahren „Handball-Pharao“ lautet.

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