Nachruf
Leichtathlet Erich Bremicker verstorben
Heide Rosendahls Doppel-Gold vor 50 Jahren in München war dem damaligen Olympiakampfrichter emotional besonders nah gegangen: Ihrem zwölf Jahre älteren Vater Heinz hatte Bremicker den Weg in die Leichtathletik zu verdanken. 1948 hatten sich der Trainer und der 16-Jährige in ihrer Heimatstadt Radevormwald kennengelernt. Die Freundschaft hielt bis zu Heinz Rosendahls Tod 2006.
In die Pfalz kam der gelernte Wollstoffmacher 1955, nach Lambrecht, startete sogleich für Phönix und dann für den ABC in Ludwigshafen, wo er als Textilingenieur letztlich Leiter der Beschaffungsstelle der Stadt wurde.
29 Jahre lang Leichtathletikverband Pfalz geführt
Bremickers Vorliebe in der Leichtathletik galt den Regeln und der Organisation von Wettkämpfen. Er blickt auf über 230 internationale und über 300 nationale Einsätze als Technischer Delegierter und Kampfrichter zurück. Bei Olympischen Spielen wie bei Welt- und Europameisterschaften genoss er ein hohes Ansehen. Unaufgeregt und kompetent, akkurat und unbestechlich setzte er sich für die Sache ein.
Der bescheidene und stets aufrichtige Bremicker hatte nie nein sagen können. Das trug ihm einige Ämter ein, sowohl im Deutschen Leichtathletikverband, dessen Präsidium er 18 Jahre angehörte, wie auch in der Pfalz. Der Wahlpfälzer, der sich in der neuen Heimat pudelwohl fühlte, saß von 1980 bis 2006 im Präsidium des Sportbundes Pfalz und führte den Leichtathletikverband Pfalz 29 Jahre (bis 2000). „Danach ging’s mit dem Verband aufwärts“, sagte er einmal kokettierend. Er meinte den sportlichen Höhenflug der Athletinnen und Athleten in den 2000er Jahren. In Bremickers Amtszeit wurden die Leichtathletikhallen in Ludwigshafen und Zweibrücken gebaut – zwei Säulen der Erfolge. Rat und Tat Bremickers bleiben unvergessen.