Handball
Löwe Jerry Tollbring in Top-Form
Für diese These muss man nicht weit zurückgehen: Am Dienstag im Achtelfinal-Hinspiel der European League bei RK Nexe Nasice warf der Linksaußen des Handball-Bundesligisten sieben Tore, er war damit der erfolgreichste Torschütze der Löwen. Er sagte nach dem 27:25-Sieg: „Es war ein hartes Spiel, sie haben hart gespielt. Sie haben richtig gekämpft.“
Tollbring übernahm da auch wieder die Rolle des Spielmachers in der zweiten Welle, das heißt, er initiiert die Gegenstöße aus zentraler Position heraus. Er mag das. „Martin (Schwalb) hat gesagt, ich soll wieder mitlaufen, ich versuche das so gut ich kann“, erläuterte der Schwede.
Jerry Tollbring kam bislang immer dann zum Zug, wenn sein Kapitän Uwe Gensheimer ein Päuschen brauchte. Am Dienstag saß Gensheimer 60 Minuten auf der Bank, er wurde geschont, der Weltklassemann dürfte am Samstag (20.30 Uhr) wieder erste Wahl sein, wenn der TSV GWD Minden in die SAP-Arena kommt.
Tollbring kennt das Wechselspiel
Jerry Tolbring kennt dieses Wechselspiel. Aber zum Jahresbeginn war er unzufrieden, weil er nicht zu genügend Spielzeiten kam, und die Möglichkeit des vorzeitigen Abschieds im Sommer schien plötzlich sehr real. Der Vertrag des 25-Jährigen läuft noch bis zum 30. Juni 2023. Tollbring schien zu stagnieren, bei seinen Kurzeinsätzen blieb er blass. Folgerichtig stand er auch nicht im Kader der schwedischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten. Auf seiner Position wirbelte sich der Flensburger Hampus Wanne ins Allstar-Team. Als Wanne vor zwei Wochen aus persönlichen Gründen bei der Olympia-Qualifikation in Berlin nicht dabei sein konnte, nominierte Schwedens Nationaltrainer Glenn Stolberg den Wetzlarer Emil Mellegard nach. Zu der Zeit hätte er auch Tollbring holen können, denn da zeigte die Formkurve des Löwen-Linksaußen schon nach oben. Belege? Gerne. Im Spiel gegen Grundfos Tatabanya warf er sechs Tore. Im Spiel gegen RK Trimo Trebnje gelangen ihm fünf Treffer. Gegen GOC war er sogar achtmal erfolgreich. Und im Derby gegen die Eulen Ludwigshafen machte Tollbring aus fünf Versuchen fünf Tore. Diese Bilanz spricht für sich. Tollbring ist in Form.
Schnell den Vertrag verlängert
Der Linksaußen kam im Jahr 2017 vom schwedischen Meister IFK Kristianstad zu den Löwen. Der Kronprinz musste sich dann aber erst einmal hinter dem unverwüstlichen Dauerbrenner Gudjon Valur Sigurdsson einreihen. Tollbring verlängerte – ziemlich schnell, einfach weil es ihm im Badischen gut gefällt – seinen bis 2020 gültigen Vertrag im Spätjahr 2018 bis ins Jahr 2023. Und dann gaben die Löwen direkt nach der Weltmeisterschaft in Deutschland Ende Januar bekannt, dass der verlorene Sohn Uwe Gensheimer Paris Saint-Germain verlässt und zu den Löwen zurückkehrt, während Sigurdsson nach Paris ging. Der Kronprinz musste wieder auf die Wartebank.
Aber da ist ja nicht zwangsläufig sein Platz ...