FCK
Kommentar zum Wagner-Rücktritt beim FCK: Knochenjob auf dem Pulverfass
Da waren’s nur noch drei. Nach Jörg E. Wilhelm mit der von ihm ins Spiel gebrachten, aber viel zu intransparenten Investitionsofferte aus Dubai verlässt nun auch Ex-Profi Martin Wagner den Beirat des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Aus beruflichen und persönlichen Gründen.
Der 52-jährige Ehrenamtler hat seine Absicht schon am 15. August beim FCK-Mitgliederforum öffentlich gemacht. Nun folgte nach Medienberichten über eine der regelmäßigen, mal mehr, mal weniger kontrovers geführten Debatten im Kontrollgremium um die sportliche Entwicklung, das Auftreten der Mannschaft und um die Arbeit von Trainer Boris Schommers die schriftliche Verkündung: Rücktritt zum 1. Oktober.
Der FCK-Beirat hat zehn Monate nach seiner Neuaufstellung in Folge der Jahreshauptversammlung am 1. Dezember 2019 noch drei seiner ursprünglich fünf Mitglieder. Es bleiben: Rainer Keßler, der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende des FCK e. V., der Beiratsvorsitzende Markus Merk, und Finanzexperte Martin Weimer.
Wegen Wagner Aufsichtsrat erweitert
Im Herbst 2020 geht also wieder einer der von den Mitgliedern gewählten Aufsichtsräte des FCK e. V., die satzungsgemäß damit zumindest zu einem Großteil auch Beiräte der FCK Management GmbH sind.
Im Herbst 2019 gab es Massenrücktritte im Vorgängergremium, die zu den Nachwahlen am 1. Dezember geführt hatten. Im Aufsichtsrat steht und stand zudem Nachrücker Fritz Fuchs seinen Mann. Er wurde nicht in den Beirat entsandt. Das war Wagner vorbehalten, wegen dem Merk und Keßler extra den eigentlich fünfköpfigen Aufsichtsrat erweitert hatten. Der Aufsichtsrat wird bei der ins erste Quartal 2021 verschobenen Jahreshauptversammlung neu gewählt.
Die Mutter aller Millionen-Fragen
Personelle Kontinuität und der FCK – das passt schon lange nicht mehr. Das Pulverfass „Betze“, die Spielwiese der Eitelkeiten, schafft fast alle. Analog zur Fluktuation bei Spielern, Trainern und Geschäftsführern blieben zuletzt auch immer weniger Aufsichtsräte bis zum vorgesehenen Ende ihres zugegeben zeit- und kraftraubenden Mandats. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Danach erleben viele, dass bei einem Dauerpatienten in sportlicher und damit finanzieller Hinsicht der Job brutal anstrengend und höchst knifflig ist. Es wird über Auswege gestritten, finanzielle und sportlichen Strategien. Wie schaffen wir es wieder nach oben? Sportlich und damit wirtschaftlich. Die Mutter aller Millionen-Fragen.
