FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zum Elf-Millionen-Einstieg von Unternehmern beim FCK: Wichtige Finanzspritze

Einer der beiden Geschäftsführer der neuen Investoren-Firma: Giuseppe Nardi vom Trikotsponsor „Allgäuer Latschenkiefer“.
Einer der beiden Geschäftsführer der neuen Investoren-Firma: Giuseppe Nardi vom Trikotsponsor »Allgäuer Latschenkiefer«.

Historische Verhandlungen für den FCK: Der Durchbruch ist geschafft. Am Dienstagabend haben sich die Retter mit dem Dauerpatienten auf die Dosis und die dringend benötigte Finanzspritze geeinigt. Es gibt aber auch Verlierer.

Die fünf regionalen Investoren, die sich nun auch rechtlich in der Saar-Pfalz-Invest GmbH zusammengeschlossen haben, übernehmen für rund elf Millionen Euro 33 Prozent der Anteile an der Profifußball-Kapitalgesellschaft 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien). Damit ist eine der Voraussetzungen für ein aus Sicht des Drittligisten erfolgreiches Ende des laufenden Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung erfüllt. Und: Die Drittliga-Lizenz für die laufende Saison – Einreichungsstichtag 31. Oktober – dürfte damit gesichert sein.

Zuvor aber findet am 29. Oktober im Fritz-Walter-Stadion noch die Versammlung der Gläubiger statt. Die nun feste Zusage – die Verträge werden jetzt geschrieben – der regionalen Investoren-GmbH mit den Geschäftsführern Giuseppe Nardi (Homburg/Saar) und Klaus Dienes (Kaiserslautern) hat auch für die Gläubigerversammlung große Bedeutung.

Vier Millionen Euro als Vertrauensbeweis hinterlegt

Vier der elf Millionen Euro sind als Vertrauensbeweis schon treuhänderisch hinterlegt.

Die Eigenkapitalspritze dient der teilweisen Gläubigerbefriedigung, und sie ist für eine positive Fortführungsprognose des Geschäftsbetriebs beim FCK essenziell. Jene Fortführungsprognose wiederum ist entscheidend für den Erfolg eines Insolvenzverfahrens aus Sicht des Klubs, der Schulden los wird und seinen Geschäftsbetrieb fortsetzen kann.

Die Verlierer dieses Schuldenschnitts sind Groß- und Kleingläubiger, die der FCK KGaA vor dem Insolvenzverfahren Geld geliehen haben. Dessen Eröffnung hat der FCK am 15. Juni beantragt. Die Gläubiger mussten bei Insolvenzsachwalter Andreas Kleinschmidt ihre Ansprüche anmelden. Sie erhalten nur einen Bruchteil ihrer Forderung zurück.

Insolvenzplan: Quote von vier Prozent

Vier Prozent sieht der Insolvenzplan vor. Die Annahme des Plans durch die Gläubigerversammlung spiele für die Investoren eine wichtige Rolle, es bestehe eine gegenseitige Verknüpfung, sagte Kleinschmidt der RHEINPFALZ. Betroffen sind auch Fans, die dem FCK vor eineinhalb Jahren zur Sicherung der Lizenz für die Saison 19/20 Geld über die Plattform kapilendo.de geliehen hatten, zusammen eine Million Euro.

Es geht um rund 100 Jobs

Gerne habe man das alles nicht gemacht, hat FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt zuletzt immer wieder betont. Aber die Befreiung von den hohen Schulden (mittlerweile 24 Millionen Euro) sei existenziell gewesen. Nur so könne der FCK auf eine zumindest halbwegs vernünftige Zukunft hoffen. Es geht um rund 100 Arbeitsplätze. Die KGaA als Tochter des Vereins könnte bald schuldenfrei sei. Und der e. V. hat dann weniger Altschulden, vor allem Hauptgläubiger Quattrex sei genannt.

Andere Klubs indes zeigen mit dem Finger auf die Roten Teufel.

Sonnenhof im Schatten

Die SG Sonnenhof Großaspach bekommt die Schattenseiten der Insolvenz zu spüren. Einen Teil der Ablöse, die im Sommer 2019 für den Transfer Philipp Herchers vereinbart wurde, wird sie in den Wind schreiben können. Ähnliches gilt für CZ Jena bei Timmy Thiele.

Sehr viele also haben teils unter großen Schmerzen an der Genesung des pfälzischen Patienten mitgewirkt. Die öffentliche Hand half unter anderem mit Insolvenzgeld und Reduzierung der Stadionpacht. Und das alles erneut in der Hoffnung, dass die Wette auf eine bessere Zukunft diesmal aufgeht – mit sportlichem Erfolg, sprich: mit dem Aufstieg und künftigen Erträgen. So schnell wie möglich.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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