Handball
Kommentar: Deutsche Mannschaft unter Druck
Der erste Härtetest in der Amtszeit von Bundestrainer Alfred Gislason endete mit einer bitteren, weil knappen Niederlage gegen Ungarn. Bei der Weltmeisterschaft in Ägypten gab es zum Ende der Vorrunden einen herben Dämpfer für die Nationalmannschaft. Um das Viertelfinale zu erreichen, muss sie schon im nächsten Spiel über sich hinauswachsen.
Defensiv-Asse fehlen sehr
Letztlich hat die deutsche Mannschaft insgesamt gegen die Magyaren auf das Spielfeld gebracht, was von ihr erwartbar war. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Durch den Turnierverzicht von Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Finn Lemke, die wegen der Corona-Pandemie nicht nach Ägypten reisen wollten, musste Gislason in Windeseile einen neuen Innenblock in der Abwehr zusammenfügen. Johannes Golla und Sebastian Firnhaber sollten diesen Job ausfüllen, was in den Testspielen gegen Österreich und beim WM-Auftakt gegen Uruguay gut funktionierte. Gegen Ungarn war der Qualitätsverlust im Deckungszentrum unübersehbar.
Torhüter kein Rückhalt
Das hatte Auswirkungen auf die Torhüter. Zwischen den Pfosten wähnten sich die Deutschen sehr gut aufgestellt, doch weder Andreas Wolff noch Johannes Bitter wurden zum Rückhalt des Teams. Auch auf den Außenpositionen ließen Timo Kastening und Marcel Schiller zu viele klare Chancen ungenutzt.
Im ersten Hauptrundenduell am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen den amtierenden Europameister Spanien muss ein Sieg her, um die K.o.-Phase aus eigener Kraft erreichen zu können. Damit das möglich ist, müssen die Deutschen über sich hinauswachsen. Eine (nur) erwartbare Leistung wird nicht reichen.