Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Karlsruher SC erreicht die nächste Etappe auf der Achterbahn

Da schlägt’s schon wieder im Karlsruher Kasten ein: Monju Momuluh (unten) trifft zum 3:0.
Da schlägt’s schon wieder im Karlsruher Kasten ein: Monju Momuluh (unten) trifft zum 3:0.

Als sich abzeichnete, dass der KSC mit dem 0:4 in Bielefeld gut bedient sein würde, griffen die 1500 Fans der Badener zur Selbstironie: „Es geht voran auf der Achterbahn.“

Tatsächlich wurde der Höhenflug der Karlsruher, die zuvor 21 Zähler in elf Spielen gesammelt hatten, durch die krachende Niederlage auf der Bielefelder Alm jäh gestoppt. Und das vollauf verdient. Der KSC, der seine erste Torchance in Form eines Kopfballs von Nicolai Rapp in der Nachspielzeit hatte (90.+3), hätte das Spiel auch mit 0:6 verlieren können.

Nach der schlimmsten Niederlage in einem Ligaspiel seit einem 1:4 gegen Holstein Kiel im Januar 2022 stellen sich Fragen. Schließlich geriet man gegen die Arminia wieder mal vor allem aufgrund eigener Fehler auf die abschüssige Etappe der Achterbahn. Als sich nach den ereignisarmen ersten 45 Minuten alle bereits auf ein 0:0 zur Pause eingestellt hatten, riss Marcel Franke seinen Gegenspieler Joel Grodowski um. Und im Gegensatz zu KSC-Coach Christian Eichner, der den Elfmeter „auch live schon gegeben hätte“, brauchte Schiedsrichter Patrick Schwengers den VAR, um Grodoswski das 1:0 per Elfer zu ermöglichen (45.+3).

Es hätten auch sechs Gegentore werden können

Franke, der fünf Wochen wegen einer Bauchmuskelverletzung hatte passen müssen, leistete sich damit zum zweiten Mal in Folge den gleichen Fauxpas. Schon beim 2:1 gegen Schalke 04 in der Vorwoche hatte er den Elfmeter zum 0:1 verschuldet.

Kurz nach Wiederanpfiff war die Partie dann entschieden. Diesmal war es Philipp Förster, der mit einem schlimmen Fehlpass das 2:0 durch Monjuh Momuluh ermöglichte (46.), der kurz darauf das 3:0 folgen ließ (50.). Nach dem 4:0 durch Noah Sarenree Bazee (60.) konnten die Badener von Glück sagen, dass die Hausherren einen Gang herunterschalteten, Grodowski (65.) und Mael Corboz (77.) hätten das Debakel noch höher ausfallen lassen können.

Die vielen induviduellen Patzer

Der KSC hingegen machte auch nach dem frühen 0:3 keine Anstalten, sich in den verbleibenden 40 Minuten Spielzeit wehren zu wollen. Träge wurde der Ball in der eigenen Hälfte hin- und hergeschoben, sobald die Arminia in Ballbesitz geriet, gewann sie mit ihren schnellen Offensiven so gut wie alle Laufduelle und Zweikämpfe.

Das größte Problem aber bleiben die individuellen Patzer, für die diesmal die Routiniers Franke und Förster verantwortlich waren, nachdem in den Vorwochen erfahrene Spieler wie Dzenis Burnic, Rapp oder Andreas Müller Gegentreffer eingeleitet hatten. Zudem fand das Team nicht ansatzweise zu dem Fußball, der den KSC in die Nähe der Aufstiegsränge gebracht hätte.

Kein Kampf nach dem 0:4

„Wir hatten offensiv zu wenige Ideen und waren nicht kreativ genug“, bilanzierte Sportdirektor Timon Pauls. Tatsächlich gab es auf Karlsruher Seite Standfußball mit und ohne Ball zu sehen, während die Arminia auch nach dem 4:0 um jeden Ball kämpfte.

Beim KSC hingegen blieb das Mittelfeld völlig außen vor, stattdessen bestand die Spieleröffnung aus oft langen Bällen über 60 Meter. Zudem war das Passspiel so unsauber, wie es der Trainer korrekt beschrieb: „Wir waren bei eigenem Ballbesitz total unsauber. Das lag am Gegner, aber auch an uns“, sagte Eichner.

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