Boxen
Integration ist für Hüseyin Cinkara Herzensangelegenheit
Er ist derzeit einer der erfolgreichsten deutschen Berufsboxer. Und einer, dem die Integration eine Herzensangelegenheit ist: „Ich will als Vorbild gelten, und zwar für beide Seiten.“
17 Kämpfe, 17 Siege lautet die Bilanz des demnächst 37-Jährigen in der auf 90,72 kg limitierten Gewichtsklasse. Die meisten Duelle seiner im Juni 2016 begonnenen Karriere hat er gewonnen, weil er den Gegner knockout schlug oder ihm so zugesetzt hatte, dass der Ringrichter den Kampf abbrach und Cinkara zum Sieger durch Technischen Knockout erklärte.
Eine makellose Kampfbilanz
Mit seinem Spezialhieb, einem auf die Körpermitte des Kontrahenten platzierten rechten Aufwärtshaken, schlug sich der mit links auslegende 1,87-Meter-Athlet auf den 36. Platz von mehreren hundert Rängen der Weltrangliste seiner zwischen Halbschwer- und Schwergewicht angesetzten Gewichtsklasse.
Gekämpft hat der mit Zeynap verheiratete und beim Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen als Kurier angestellte Athlet zuletzt in Köln. Zuvor war er in Göppingen, Neuwied, Berlin, Wilhelmsburg, Hamburg, in Trabzon am Schwarzen Meer, in Malmö, im serbischen Novi Sad und in Istanbul im Ringeinsatz. Noch nicht jedoch dort, wo es ihm am liebsten wäre: in der Pfalz oder in Mannheim. Dort vermutet er „sehr viele Fans“, was bedeutet, dass „die Hütte voll wäre mit Zuschauern“.
Hoffen auf WM-Kampf
In der etwas verwirrenden Anordnung der fünf Weltorganisationen seines Berufsstandes ist Hüseyin Cinkara Europameister der International Boxing Organisation IBO und Internationaler Titelträger der World Boxing Association WBA. Er, sein Manager Firat Arslan aus Göppingen und sein Promoter Medina-Steakhouse warten auf einen Kampf um die Weltmeisterschaft.
Sein vor den Kämpfen wesentlich forciertes Training absolviert Cinkara im Frankenthaler Fitness-Studio Tonus. Zu seinen Kampfeinsätzen und der Vorbereitung dazu gibt ihm sein eigentlicher Arbeitgeber, das Polizeipräsidium in Ludwigshafen, frei. Cinkara: „Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.“
Bevor Hüseyin Cinkara ins Lager der Boxprofis wechselte, war er zehnmal Meister des Südwestdeutschen Amateur-Box-Verbandes im Halbschwer- und Schwergewicht sowie zweimal Dritter bei deutscher Amateurmeisterschaften. Und führte er als aktiver Sportler einen Verein, den BC Schifferstadt. Bezogen auf alle Sportarten in Deutschland ist eine solche Konstellation selten.