Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Herbe Niederlage – die Rhein-Neckar Löwen zurück im harten Alltag

Albin Lagergren versucht sich durchzusetzen.
Albin Lagergren versucht sich durchzusetzen.

Nicht den Hauch eine Chance: Eine Woche nach dem überraschenden Pokalsieg beim Final Four in Köln verloren die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag das Bundesliga-Spiel bei den Füchsen Berlin deutlich mit 24:38 (12:20). Das war gar nichts.

Die Löwen sahen kein Land, aber es gab mildernde Umstände. Der verletzte Abwehrchef Olle Forsell Schefvert fiel ebenso aus wie Kreisläufer Jannik Kohlbacher, den ein grippaler Infekt mattsetzte.

„Wir schmeißen Bälle weg“

Die Löwen waren also gehandicapt, diese Rückschläge konnten sie nicht verkraften. Und sie konnten den Spannungsbogen nicht halten. Die von Trainer Sebastian Hinze geforderte neue Gier war nicht zu erkennen. „Wir kommen nicht gut ins Spiel. Wir nehmen uns den Zugang zum Spiel selbst weg. Zwischen der zehnten und 20. Minute lassen wir viele freie Bälle liegen. Wir agieren dann mit hängenden Köpfen“, erklärte Löwen-Trainer Sebastian Hinze. „Wir starten in der zweiten Halbzeit mit drei technischen Fehlern. Dann ist das Spiel weg, dann wird es schwer ohne Wechselmöglichkeiten. Wir schmeißen Bälle weg, das möchte ich nicht sehen, das hat mir nicht gefallen.“

Füchse von Beginn an vorne

Schnell lagen die Füchse vorne, sie konnten im Angriff schalten und walten, wie sie wollten. Vor allem den dänischen Rückraumspieler Lasse Andersson bekamen die ausgelaugten Löwen nicht in den Griff. Sie ließen ihm viel zu viel Platz, gingen nicht konsequent in die Zweikämpfe. Das war viel zu verhalten! „Wir haben von der ersten Minute an Gas gegeben. Es sind noch acht Spiele zu spielen, aber klar, jedes Tor ist wichtig“, sagte Lasse Andersson.

Den Innenblock bildeten Ymir Gislason und der junge Robert Timmermeister, bei Martin Heubergers U21 im Sommer für die WM gesetzt.

Füchse-Keeper überragend

Während die Löwen zunächst keine Torhüter-Leistung vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle hatten, legte Keeper Viktor Kireev einen großartigen Auftritt hin. Der Russe vertrat den verletzten Stammtorhüter Dejan Milosavljev. Immer wieder scheiterten die Gäste an dem sehr gut disponierten Torhüter. Das Angriffsspiel der Löwen war zu pomadig, zu unbeweglich. Das war eine einseitige Sache. Das war kein Spitzenspiel. Nach der Pause ging es für den Pokalsieger im Grunde nur noch um Schadensbegrenzung. Ein bisschen mehr Gegenwehr hätte es schon sein dürfen. Nun steht erst einmal die Länderspielpause an.

Bekannt wurde gestern, dass Oldie Hans Lindberg doch noch eine Saison bei den Füchsen dranhängt. Der Rechtsaußen wird am 1. August 42 Jahre alt. Zuletzt fehlte er wegen einer Handverletzung. Sein Ziel ist es, in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga den ersten Platz zu übernehmen. „Ich freue mich auf ein weiteres Jahr, ich fühle mich wohl in Berlin“, betonte Lindberg.

Die Füchse – der neue Meister? „Wir versuchen, in jedem Spiel das Maximum zu geben. Dass man die Löwen so deutlich schlägt, ist ja nicht normal. Wir haben eine Top-Leistung gezeigt. Vielleicht waren die Löwen ein bisschen müde.“

x