Meinung Hegemonie in der Bundesliga: Die Dominanz des FC Bayern ist die Schwäche der Anderen

Wer soll uns aufhalten? Jamal Musiala ist mit dem FC Bayern souveräner Tabellenführer.
Wer soll uns aufhalten? Jamal Musiala ist mit dem FC Bayern souveräner Tabellenführer.

Bayern München ist in der Liga ungefährdet. Das ist vordringlich der Schwäche der Konkurrenz aus Leverkusen, Leipzig und Dortmund geschuldet.

Die Bayern kommen dem Beobachter unter Trainer Vincent Kompany runderneuert vor, viel besser als in der vergangenen Saison und deshalb erfolgreicher. Aber ein Blick auf die Tabelle untermauert diesen Eindruck nicht, denn exakt vor einem Jahr, nach dem zehnten Spieltag, hatte der Rekordmeister ebenso viele Punkte gesammelt wie jetzt: 26. Das Torverhältnis war unter Thomas Tuchel gar einen Hauch beeindruckender, und in der Champions League las sich die Bilanz sogar besser.

Es bleibt also abzuwarten, ob die Münchner wirklich vorangekommen sind. Ob der Belgier die Hoffnungen und Erwartungen erfüllen kann. Das wird über den Winter und letztlich erst im Frühjahr entschieden, wenn Titel vergeben werden. Pokale und Schalen sind seit jeher die einzige Währung, die bei den Bayern zählt.

Normalzustand ist erreicht

Den Umstand, dass die Bayern in der Spielzeit 2024/25 in der Liga wieder dominant wirken, haben nicht in erster Linie die Münchner selbst, sondern die Konkurrenten herbeigeführt. Die Klubs aus Leverkusen, Leipzig und Dortmund lassen den „Stern des Südens“ durch mangelnde Konstanz hell erstrahlen. In der vergangenen Saison litt Thomas Tuchel darunter, dass die Leverkusener eine Saison für die Geschichtsbücher fabrizierten. Die Leistungen von Bayer sorgten dafür, dass die Münchner kleiner wirkten, als sie tatsächlich waren. Weil der Gewinn der Meisterschaft in Gefahr war, trudelten sie in eine Krise.

Der amtierende Meister Bayer Leverkusen mit seinem Trainer Xabi Alonso schwächelt.
Der amtierende Meister Bayer Leverkusen mit seinem Trainer Xabi Alonso schwächelt.

Nun ist es umgekehrt, wodurch die Bundesliga in ihren Normalzustand zurückversetzt worden ist. Die Vorsaison dürfte ein Ausrutscher bleiben, weil keine Mannschaft neben dem FCB in der Lage ist, konstant über Wochen und Monate hinweg, Siege einzufahren. Leverkusen kämpft mit der Tatsache, dass plötzlich die Gegner in der Schlussphase Tore schießen und nicht mehr die Alonso-Elf selbst. Leipzig bleibt sich treu und nimmt sich immer gerade dann eine Auszeit, wenn das Team stabiler zu sein scheint. Borussia Dortmund, der eigentliche Hauptrivale der Münchner, sucht nach der eigenen Identität und findet sie seit Jahren nicht.

Die Hegemonie in der Bundesliga ist nach einer kurzen Unterbrechung wieder da. Sollten die Münchner mit ihrem riskanten Spielstil nicht völlig aus dem Tritt geraten, werden sie die Meisterschaft gewinnen. Das wird nur zu einem kleineren Teil an ihnen selbst liegen. Vordringlich ist die Dominanz der Bayern der Schwäche der anderen Topteams geschuldet. Alles beim Alten also.

x