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Handball: David Schmidts drittes Debüt in der SAP-Arena
David Schmidt ist ein Handballer, der schon mal Schmerzen über das Erträgliche hinaus in Kauf nimmt. Nun spielt der 26 Jahre alte ehemalige Akteur der Eulen Ludwigshafen bei der EM mit. Dort setzt der Neuling auf Kontinuität.
David Schmidt ist leidensfähig. Sehr sogar. Als die Eulen Ludwigshafen 2018 den Klassenverbleib in der Handball-Bundesliga schaffen, ist das mit ein entscheidendes Verdienst von Schmidt. Er ist stellvertretender Kapitän und genießt ein enormes Standing in der Mannschaft. Das hat er sich durch seine geradlinige, offene, loyale Art erworben, aber auch durch seinen vorbildlichen Einsatz. Der heute 26 Jahre alte Schmidt spielt die letzten Spiele mit einem Leistenbruch. Es sind ziemliche Qualen, die er auf sich nimmt. Aber er denkt in keiner Phase daran, die Mannschaft im Stich zu lassen. Er opfert seine Gesundheit für das Team und das Saisonziel – den Klassenverbleib.
David Schmidt ist kein Typ, der halbe Sachen macht. Er ist ein sehr zuverlässiger Mensch. Sein Wort zählt. Als bei den Oberliga-Handballerinnen der TSG Friesenheim kein Trainer da war, sprang Schmidt für ein paar Spiele ein. Es war eine Selbstverständlichkeit für ihn zu helfen. Denn er identifizierte sich voll und ganz mit dem Verein. Deshalb wollte der damalige Geschäftsführer Marcus Endlich den Rückraumspieler auch halten. Der Klub ging bis an seine finanzielle Schmerzgrenze. Doch Schmidt entschied sich für den TVB Stuttgart. Er hätte auch zu Frisch Auf Göppingen gehen können, aber das Gesamtpaket der Stuttgarter hatte ihn überzeugt.
Ex-Ludwigshafener nun Führungsspieler in Stuttgart
Es war ein gut durchdachter Schritt. Denn Schmidt ist ein strukturierter, zielstrebiger Mensch. Er hat in Betriebswirtschaftslehre seinen Master gemacht, nutzte die Zeit im Bus, um an seiner Arbeit zu schreiben und für die Uni zu lernen. Die wenige freie Zeit fuhr er mit dem Motorrad durch die Gegend. Dass Schmidt jetzt für die Nationalmannschaft nominiert wurde, weil der Leipziger Franz Semper wegen des Verdachts auf eine Herzmuskelentzündung ausfällt, kommt nicht überraschend. Schmidt spielt in Stuttgart eine tolle Saison. Er gehört bei den Schwaben zu den Führungsspielern – obwohl er erst in seiner zweiten Saison dort spielt. Es wird auch seine letzte Runde sein. Denn ab 2020 trägt Schmidt das Trikot des Bergischen HC. Dort wird er dann auch die Nummer 77 haben – wie nun bei der Nationalmannschaft, wie einst bei den Eulen und den Rhein-Neckar Löwen. „Das ist eine schöne Nummer“, sagt Schmidt.
Premiere wohl gegen Island
Die SAP-Arena in Mannheim spielt in der Vita des David Schmidt eine bedeutende Rolle. Die Halle ist die Heimstätte der Rhein-Neckar Löwen. In der SAP-Arena bestritt Schmidt seine erste Bundesliga-Partie, seine erste Champions-League-Begegnung – und nun wird es (vermutlich) am Samstag gegen Island sein erstes Länderspiel werden. „Ja, das ist ein besonderer Ort. Die Halle ist ausverkauft, die ganze Familie wird vor Ort sein. Ich fiebere dem Moment schon entgegen“, sagt Schmidt.
Probleme, sich im Nationalteam zu integrieren, hatte Schmidt keine. Er ist ein unkomplizierter und feiner Mensch. Er kennt außerdem Kapitän Uwe Gensheimer sehr gut. „Das macht es einfacher“, sagt Schmidt, der sich mit dem Leipziger Philipp Weber ein Zimmer teilt. Auch für die Nationalmannschaft wird er sich zerreißen. „Es ist doch der Traum eines Handballers für die Nationalmannschaft zu spielen“, sagt Schmidt. Für ihn hat er sich erfüllt – zu Recht.