Tennis
Grün-Weiss lässt sich von Köln nicht stoppen
Kurz nach 15 Uhr am Sonntagmittag hieß es bereits: Siegen – oder noch ein bisschen zittern. Bernabe Zapata gewann das packende Spiel auf dem Center Court gegen Kimmer Coppejans im zweiten Satz mit 6:4, nun lag alles in der Hand von Julian Lenz. Der 28-Jährige musste in den Champions-Tiebrak, und zog sein Spiel nun konsequent durch. „Das Momentum, das vom Center Court rüberkam, hat geholfen. Es war ein schwieriges Spiel für mich, ich habe mich schwer getan, mein Spiel zu finden“, meinte Julian Lenz.
Und so führte Grün-Weiss bereits nach den Einzeln mit 4:0, der nächste Sieg war perfekt. 4:0, klingt eindeutig. Aber ganz so einfach war es nicht. „Überragend. Ich hätte nie gedacht, dass wir 5:1 gewinnen. Das Spiel gegen Gladbach ist richtungweisend“, sagte Teamchef Gerald Marzenell.
Maximilian Marterer im Blickpunkt
Maximilian Marterer stand zunächst im Blickpunkt. Der 26-Jährige spielte das letzte Mal vor zwei Jahren (bereits angeschlagen) am ersten Spieltag für Grün-Weiss in der Partie bei Team Hämmerling TuS Sennelager. Eine Knieverletzung zwang den Nürnberger zu insgesamt acht Monaten Pause. Und dann kam Corona. Nun tastet sich der 26-Jährige langsam wieder dahin, wo er einmal war. Marterer stand im August 2018 auf Platz 45 in der Weltrangliste, in jenem Frühjahr duellierte er sich in Paris im Achtelfinale bei den French Open mit Rafael Nadal und wurde einem breiteren Publikum bekannt. Stand gestern rangierte er auf Platz 196 in der ATP-Weltrangliste.
„Es war ein schweres Jahr für mich. Es waren ein paar enge Partien dabei, ein paar bittere Niederlagen, es ist ja nicht leicht, zurückzukommen. Ich hatte auch gewisse Erwartungen an mich, an das, was ich schon einmal gespielt habe. Da bin ich dran gerade. Es hilft jeder Sieg, auch in der Bundesliga“, erläuterte er. Was fehlt im Moment noch? „Die Lockerheit fehlt. Es ist gut, Matchpraxis zu bekommen in Phasen, in denen man an sich zweifelt“, betonte Marterer. Gestern musste er am Neckarplatt hart schuften, bis sein Sieg feststand. „Das war ein Spiel mit vielen Höhen und Tiefen. Es hat sich genau so intensiv angefühlt, wie es nach außen gewirkt hat“, sagte der Linkshänder.
Gerald Melzer als Punktegarant
Als Punktegarant entpuppte sich wieder Gerald Melzer, der Dustin Brown keine Chance ließ. Bernabe Zapata biss sich am Ende im Champions-Tiebreak durch und gewann 10:8. „Ich wurde ein bisschen nervös im zweiten Satz, im ersten Durchgang habe ich sehr gut gespielt, ich habe gekämpft, das war entscheidend“, betonte der Spanier, der dem Eindruck widersprach, persönlich so seine Problemchen mit Kimmer Coppejans zu haben. „Nein! Wir sind gute Freunde haben schon oft gegeneinander gespielt. Ich habe eine gute Beziehung zu ihm“, sagte er. Eine ganz enge Beziehung hat er zu Pedro Martinez, die beiden kennen sich, seit sie acht Jahre alt sind. Sie stammen aus der Gegend von Valencia, trainierten zusammen, Pedro Martinez lotste seinen Freund zu Grün-Weiss. Das passt!
Das Spitzenspiel
Am Sonntag (11 Uhr) steigt das vorentscheidende Spiel um den Titel, wenn der Tabellenführer Gladbach beim Verfolger Grün-Weiss gastiert. Gladbach bezwang gestern den Mitfavoriten TC Großhesselohe mit 4:2.
So spielten sie
Einzel: Bernabe Zapata - Kimmer Coppejans 6:1, 6:4, Maximilian Marterer - Enzo Couacaud 6:3, 3:6, 10:8, Gerald Melzer - Dustin Brown 6:2, 6:4, Julian Lenz - Andrea Vavassori 7:5, 4:6, 10:4
Doppel: Zapata/Melzer - Coppejans/Couacaud 6:4, 6:4, Marterer/Lenz - Brown/Vavassori 6:4, 3:6, 7:10