Sport
Fußball: FCK steht nun vor noch höheren Hürden
„Wir haben eine extrem schwierige und angespannte Situation. Die hatte der FCK schon vor einem halben Jahr. Sie ist durch die aktuelle Coronavirus-Krise noch schwieriger geworden, was sich durch die Kurzarbeit zeigt“, sagt Soeren Oliver Voigt (50), seit 3. Dezember FCK-Geschäftsführer.
Der DFB als Dachverband der Dritten Liga hat anklingen lassen, er prüfe wegen der Krise Erleichterungen bei der Lizenzierung für 2020/21. Ob es indes handfeste Finanzhilfen für die Klubs gibt, ist überaus ungewiss.
FCK weiter intensiv auf Investorensuche
So oder so ist der FCK weiter gefordert, mit Investorengeldern in den nächsten Wochen Kapital für die Finanzierung der kommenden Spielzeit aufzutreiben. Die zu erwartende allgemeine Wirtschaftskrise sorgt dabei für noch größere Hindernisse. Das Geld sitzt bei vielen Firmen und Privatpersonen nicht mehr so locker. „Die gesamtwirtschaftliche Situation ist nicht einfacher geworden“, weiß Voigt. „Aber wir müssen schauen, dass wir die Gespräche mit möglichen Investoren weiter intensivieren und sie von uns überzeugen.“
„Partner und Dauerkartenbesitzer kontaktieren“
Auch mit Blick auf die Werbepartner und deren künftiges Verhalten angesichts der Coronavirus-Krise sagt Voigt: „Ich habe das Gefühl, dass alle sich jetzt völlig zu Recht erst mal um ihre eigenen Unternehmen und um sich selbst kümmern. Wir werden alle Partner kontaktieren und natürlich auch unsere Dauerkartenbesitzer, wenn wir wissen, wie es mit der Zukunft der Saison aussieht.“
Mit DFB in ständigem Austausch
Mit dem DFB stehen die Vereine in ständigem Kontakt über einen großen E-Mail-Verteiler – und das nicht erst seit der Videokonferenz der Drittligisten und dem Verband am vorigen Montag. So werde man sich, ist Voigt sicher, frühzeitig austauschen, wenn absehbar ist, wie es nach dem 30. April weitergeht. Bis dahin ist der Ligabetrieb ausgesetzt.
Bis Klarheit herrscht, trainieren die Spieler in Heimarbeit nach individuellen Plänen. Voigt ist froh, dass die Bereitschaft der FCK-Angestellten, Kurzarbeit und deutliche Gehaltseinbußen im Sinne des ohnehin hochverschuldeten, finanzschwachen Fußballunternehmens in Kauf zu nehmen, „sehr groß“ war.
Noch mehr Baustellen für den Krisenmanager
Ansonsten bleibt wie überall auch beim FCK vorerst alles sehr schwammig und ungewiss. „Wir müssen erst mal damit leben, dass wir Ausgaben haben, ohne Einnahmen zu erzielen. Das ist eine Problematik, die jeder nachvollziehen kann“, sagt der Geschäftsführer, der alles in allem für 97 feste Büro- und „Freiluft“-Mitarbeiter verantwortlich ist.
Klar ist: Voigts Aufgabe beim FCK wird in Zeiten der Coronavirus-Pandemie noch schwieriger als ohnehin schon. Der Krisenmanager hat jetzt noch ein paar Baustellen mehr.
