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Fußball: Bayern München erobert die Tabellenführung zurück
Markus Gisdol saß etwas vereinsamt im Presseraum. Der Münchner Kollege Hansi Flick, der schon während der Partie auffallend oft in seine Faust hustete, hatte sich erkältungsbedingt entschuldigen lassen. Mit dem Solo ging FC-Coach Gisdol souverän um und schlug lächelnd vor: „Ich kann mich ja fünf Minuten auf die eine Seite setzen – und fünf Minuten auf die andere.“ Das sei deshalb kein Problem, weil er sich „in beide Seiten hineinversetzen“ könne.
Schließlich war die erste Halbzeit eine Machtdemonstration der Bayern, schon nach zwölf Minuten hatten sie mit atemberaubendem Passspiel ihre 3:0-Pausenführung herausgeschossen. „In der ersten Halbzeit haben wir super Fußball gespielt. Das war zum Mit-der-Zunge-schnalzen“, schwärmte Offensivmann Thomas Müller, der monierte: „Nach der Pause ist dann leider das aufgetreten, was wir in den letzten Spielen schon beobachten konnten. Wenn wir einen großen Vorsprung haben, verstecken wir uns, machen es uns bequem.“
Trotziges Liedgut aus der Südkurve
Nach 128 Sekunden lag der Ball zum ersten Mal im Kölner Tor, zuvor durfte Müller ungehindert auf den erfolgreichen Schützen Robert Lewandowski passen. Die Tabellenführung war zurückerobert. Und die Kicker aus dem Freistaat machten umgehend weiter. In der fünften Minute durften Lewandowski, Müller und Kingsley Coman sich wie im Training durch den Kölner Strafraum kombinieren – bis Coman vollenden konnte. Weitere sieben Minuten später schlug Joshua Kimmich eine Ecke auf Serge Gnabry, der gegen die untätige Innenverteidigung des Aufsteigers mit einer schnellen Bewegung nach rechts ziehen und per Flachschuss auf 3:0 stellen konnte.
Die Kölner Fans in der Südkurve stimmten trotzig ein Karnevalslied an, vier Tage vor Weiberfastnacht kannten die Bayern aber kein Erbarmen. Scharf wie Sensen sausten die Flanken und Pässe von David Alaba, Kimmich oder Coman in den Strafraum der Geißbock-Elf. Bis zur Pause hätte Flicks Ensemble locker ein halbes Dutzend Tore erzielen können. Unter anderem trafen Gnabry und Kimmich nur Aluminium.
Müller warnt mit Blick auf die Königsklasse
Nach gut einer Stunde ließ Gnabry mit seinem zweiten Treffer den letzten Hoffnungsschimmer beim FC verglimmen. Insgesamt zeigten sich die Bayern nach der Pause aber deutlich gnädiger – Mark Uth nutzte einen Pass des Österreichers Florian Kainz 20 Minuten vor Schluss zum Ehrentreffer. Zudem musste FCB-Keeper Manuel Neuer davor und danach gegen Uth und den eingewechselten Anthony Modeste zweimal in höchster Not klären. Sodass Thomas Müller mit Blick auf die nächsten Wochen warnte: „In der Champions League können wir uns so etwas absolut nicht erlauben.“