Handball
Frauen-Nationalmannschaft hat schon die WM im Blick
Alina Grijseels lächelte, als sie einen sportlichen Ausblick auf das Duell gegen Griechenland geben sollte. „Naja, ich würde schon sagen, dass wir der klare Favorit sind“, sagte die 25-Jährige. Zum Start der Qualifikation zur Europameisterschaft im kommenden Jahr haben die deutschen Frauen ein Traininigsspielchen im Antlitz eines Pflichtspiels. „Wir schauen auf uns und wollen in unserem Spiel vorankommen“, erklärte Grijseels deshalb. Ihr Trainer gab verbalen Beistand. „Wir wollen das Spiel bestimmen und das Tempo vorgeben“, sagte Henk Groener.
Fokus liegt auf der WM
Der Niederländer nutzt die Tage von Trier, um gegen Griechenland und Belarus (Sonntag) zwei Erfolge auf dem Weg zur fest eingeplanten EM-Quali zu feiern. Gleichzeitig nutzt der 61-Jährige die Gelegenheit, das Team auf die Weltmeisterschaft im Dezember in Spanien vorzubereiten. Auf der iberischen Halbinsel geht es für die deutschen Frauen darum, den lange geplanten Sprung in das Halbfinale eines Großturniers zu schaffen. Groener war im Januar 2018 beim DHB angetreten, um diesen Entwicklungsschritt zu ermöglichen und ist bislang daran gescheitert.
In Trier werden der Bundestrainer und seine Spielerinnen Unterstützung von außen bekommen – und genießen. „Es ist natürlich schöner, vor Zuschauern zu spielen und eine Reaktion von den Rängen zu bekommen. Das motiviert uns noch mehr“, sagte Grijseels, die sich darauf freut, dass Fans in der Halle zugelassen sind. Seit Dezember 2019 hat es kein deutsches Frauen-Länderspiel vor Zuschauern mehr gegeben.
Grijseels ist jetzt Führungskraft
Grijseels kommt eine besondere Rolle in den Gedankenspielen zu. Die Spielmacherin von Borussia Dortmund befindet sich in exzellenter Verfassung und ist außerhalb des Spielfeldes als eine von zwei Kapitäninnen gefordert. Gemeinsam mit Emily Bölk, der zweiten Spielführerin, steht Grijseels für den Neubeginn innerhalb der Nationalmannschaft. Anfang des Jahres waren Kim Naidzinavicius und Julia Behnke aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, weil sie nicht (mehr) mit dem Führungsstil von Groener einverstanden waren. Zu soft sei der Niederländer im Umgang mit dem Team, begründete das langjährige Führungsduo den Schritt. Dadurch entstand ein Vakuum an Führung innerhalb des Kaders, das Grijseels und Bölk schließen sollen. Sportlich nehmen beide im Konzept von Groener ohnehin tragende Rollen ein.
Das soll sich schon gegen die Griechinnen erweisen, wenngleich die Aufgabe sportlich keinen großen Stellenwert besitzt.