Kommentar
FCK: Gut gepunktet, fußballerisch und finanziell aber wackelig
Sieben Punkte aus drei Drittligaspielen: Auf dem Papier ist der Neustart des 1. FC Kaiserslautern geglückt. Als Tabellenzwölfter beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz acht Punkte. In der wirtschaftlich so prekären Situation, in der Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Co. an vielen Stellen um Lösungen ringen, wäre echter Abstiegskampf, ja wäre ein Abstieg fatal.
Markus Merk und die weiteren Mitglieder des Beirates waren vor einem halben Jahr angetreten, den FCK in bessere Zeiten zu führen. Zuletzt hat Merk noch einmal betont, dass dieses Spiel auch bis zur 96. Minute dauern kann. Will heißen: Früher – in den guten, alten Zeiten – haben die Roten Teufel Spiele auf dem Betzenberg nicht selten in der Nachspielzeit für sich entschieden. Natürlich auch dank der großartigen Fans im Rücken. In Magdeburg und jüngst am Sonntag gegen Schlusslicht Jena konnte der FCK froh sein, in den letzten Minuten nicht noch eine Führung aus der Hand gegeben zu haben.
Bis zur 96. Minute wird es wohl auch beim heißen Eisen Finanzen dauern. Das Thema Insolvenz schwebt seit Langem wie ein Damoklesschwert über den Roten Teufeln. Am Montag war eine wichtige Aufsichtsratssitzung: Es wird weiter sehr intensiv mit Gläubigern und potenziellen Partnern über die Zukunft des Klubs diskutiert und verhandelt.
Auf dem Platz fehlt dem FCK ein erfahrener Klassespieler, der das Heft in die Hand nimmt, wenn es heikel wird. Das Team bekommt teils sehr heftige Kritik. Ja, da ist viel Luft nach oben. Aber: Früher hat den „Betze“ eines ausgezeichnet, was jetzt mehr denn je zählt: gemeinsam kämpfen.
