Kommentar
Fatale Führungskrise beim FC Bayern
Der FC Bayern hat einen Vorstandsvorsitzenden: Karl-Heinz Rummenigge. Der Klub hat einen designierten Rummenigge-Nachfolger: Oliver Kahn. Der Verein hat einen nach wie vor sehr aktiven Ehrenpräsidenten: Uli Hoeneß. Der Champion hat einen Präsidenten: Herbert Hainer. Und der FC Bayern hat einen Sportvorstand: Hasan Salihamidzic.
Flick brüskiert die Bayern
All diese geballte Kompetenz war nicht in der Lage, den schwelenden Konflikt zwischen Trainer Hansi Flick und eben Hasan Salihamidzic einzudämmen, geschweige denn zu lösen. Sie ließen es einfach immer weiterlaufen. Bis es am Samstag zum großen Knall kam und Flick seinen Abschiedswunsch hinterlegte. Das war so nicht abgesprochen und Flicks Retourkutsche auf all die Fehlentwicklungen der vergangenen Monate. Flick hat die Bayern brüskiert, ja, er hat sie vorgeführt. Der Klub hat Flick noch einmal unterschätzt, man hätte nur in seiner Vita nachschauen müssen. Als er bei der TSG Hoffenheim Ende 2017, Anfang 2018 nicht klar kam, verließ er den Verein nach nur sieben Monaten wieder, obgleich er wusste, dass er Dietmar Hopp mit dieser Entscheidung sehr wehtat.
Eine neun Zeilen lange Presseerklärung
Die Bayern brauchten bis gestern Mittag 14.03 Uhr, bis sie mit einer dürren neun Zeilen Presseerklärung reagierten. Auch das belegt, wie sehr Flicks Vorpreschen den Verein traf. Der Verein missbilligt Flicks Verhalten, klar, aber an diesem Alleingang sind die Bosse mit schuld.
Julian Nagelsmann hat keine Ausstiegsklausel. Er besitzt noch einen bis 2023 gültigen Vertrag bei RB Leipzig. Die Trainergilde hat jüngst durch das Vertragsgebaren von Marco Rose und Adi Hütter ein wenig an Ansehen verloren. Im Sinne der Liga wäre es, Nagelsmann würde dem Ruf nach München nicht folgen.