1. FC KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Ex-FCK-Profi Chris Löwe und die ganz besondere Relegations-Geschichte

Führungskraft bei Dynamo: Verteidiger Chris Löwe. Rechts Marvin Wanitzek vom Karlsruher SC.
Führungskraft bei Dynamo: Verteidiger Chris Löwe. Rechts Marvin Wanitzek vom Karlsruher SC.

Chris Löwe vom Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden hat schon einmal bei einer heißen Relegationsrunde mitgewirkt. Damals noch als Stammkraft beim 1. FC Kaiserslautern. Diesmal steht der nun 33-Jährige auf der anderen Seite.

Chris Löwe weiß genau, was auf ihn zukommt. Er weiß, was auf Dynamo Dresden zukommt. Der nunmehr 33-Jährige hat viel erlebt im Fußball, auch dreieinhalb Jahre beim 1. FC Kaiserslautern. Mit den Roten Teufeln vom Betzenberg streiten sich Löwe und Dynamo an diesem Freitag und am kommenden Dienstag jeweils ab 20.30 Uhr (Sat.1, Sky, rheinpfalz.de) um einen Startplatz in der Zweitliga-Saison 2022/23. Das Hinspiel steigt im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion auf dem „Betze“ vor 46.895 Zuschauern, 5000 Karten dieses Kontingents gingen nach Dresden.

Viel Fan-Unterstützung in brechend vollen Arenen

Über den Einfluss der Fans in den zwei mit Spannung erwarteten Entscheidungspartien, für die Sicherheitsbehörden sogenannte Hochrisikospiele, wird viel diskutiert. Klar ist: Beide Traditionsvereine können sich extrem lautstarker Unterstützung ihrer Anhänger in schmucken, brechend vollen Arenen gewiss sein.

„Der Betze ist schon ein besonderes Stadion, das uns da erwartet“, sagt Löwe, „dieses Stadion kann eine ganz besondere Dynamik entfachen. Wir dürfen es einfach nicht so weit kommen lassen.“ Der Betze „kann brennen“, sagt der sächsische Ex-Lauterer. Aber es könne eben auch still werden.

Löwe war von Januar 2013 bis Sommer 2016 für den FCK am Ball, war zeitweise Kapitän. „Ich hatte viele gute Momente in Lautern, aber auch viele, die nicht so gut waren. Ich bin gespannt, wie ich empfangen werde.“ Bei seinem Ex-Klub hat er vor allem noch zu Kapitän Jean Zimmer und zu Teammanager Florian Dick Kontakt.

2013 FCK-Stammspieler in der Relegation

Das Besondere: Löwe hat schon einmal auf der Gegenseite eine Relegation bestritten. 2013 war er wie Dick als Lauterer Stammspieler in beiden Partien des damaligen Zweitliga-Dritten gegen den einstigen Bundesliga-16. TSG 1899 Hoffenheim (1:3, 1:2) in der FCK-Startelf am Ball. „Das sind Spiele, die ich mein Leben lang immer im Gedächtnis behalten werde“, sagt Löwe nun neun Jahre später beim Gespräch im neuen Dynamo-Trainingszentrum. „Damals waren wir der Außenseiter, der es nicht geschafft hat.“ Klar, dass auch die Relegation mit Dynamo gegen den FCK etwas Spezielles bleiben wird.

Echter Sachse – Identifikationsfigur bei Dynamo

Der in Plauen geborene Sachse, der mit seiner Frau Monique und den beiden gemeinsamen Kindern in Chemnitz lebt, rund 45 Autominuten von Dresden entfernt, ist eine der Identifikationsfiguren bei Dynamo. „Er spricht auch unseren Dialekt“, sagt Fan und Klubmitglied Judith Sufraga lachend in charmantem Sächsisch.

Nach 52 Premier-League-Spielen für Huddersfield Town – mit dem Klub ist Löwe aus der zweiten englischen Liga damals unter Trainer David Wagner aufgestiegen – zog es ihn im Sommer 2019 zurück in die alte Heimat Sachsen. Er schloss sich Dynamo an, auch damals Zweitligist.

Erstmals seit sechs Jahren wieder auf dem „Betze“

Löwe blickt ziemlich zufrieden auf den hinter ihm liegenden Großteil seiner abwechslungsreichen Karriere zurück. Er spielte für Borussia Dortmund siebenmal in der Bundesliga, wurde mit dem BVB Meister. Bei Dynamo hat Löwe im Winter noch einmal um ein Jahr bis 2023 verlängert.

Am Freitag kommt ein besonderer Moment für den beweglichen, ballsicheren Abwehr-Linksfuß. Zum ersten Mal, „seit ich 2016 weg bin“, betritt er den „Betze“. Als Dynamo im September 2020 dort 1:0 gewann, fehlte er gesperrt. Natürlich kribbelt es – es geht um viel in der Relegation.

Dass statt Marco Antwerpen nun der Sachse Dirk Schuster den FCK trainiert, „macht es für uns schwerer, uns auf die Formation einzustellen“, meint Löwe. Er erwartet, dass sein Ex-Klub unter Schuster „relativ einfach hintenraus spielt mit guter Dynamik und Wucht nach vorne“. Wucht, die es für Verteidiger Löwe und seine Dresdner Kollegen zu bremsen gilt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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