Meinung Ewige Eishockey-Verlängerungen: Nicht mal mehr die Tanke hat was davon

22. März 2008, 0.11 Uhr, Kölnarena: Es ist vollbracht, nach sechs (!) Verlängerungen.
22. März 2008, 0.11 Uhr, Kölnarena: Es ist vollbracht, nach sechs (!) Verlängerungen.

Eishockey bis spät in die Nacht wie einst beim Rekordspiel mit Adler-Beteiligung sind weiter möglich. Dabei gäbe es Abhilfe.

Heutzutage können die Tankstellen rund um eine Eishockeyhalle während der Play-offs um die deutsche Meisterschaft nicht mehr mit dem großen nächtlichen Reibach rechnen. Als am 22. März 2008 in der Kölnarena das bis heute längste Spiel der DEL-Geschichte stattfand, die dritte Viertelfinalpartie der Haie gegen die Adler Mannheim, schwärmten irgendwann in der schier endlosen Verlängerung die Teambetreuer beider Klubs aus, um an der Tanke ihr Reservoir an Energieriegeln und Getränken aufzufüllen. Um 17 Uhr am Karsamstag hatte das Spiel begonnen, um 0.11 Uhr am Ostersonntag – nach 168:16 Minuten reiner Spielzeit – erlöste der Kölner Philip Gogulla sein Team und die Haie-Fans. Und nicht nur die ...

Extreme Ausreißer

Seit damals stellen sich die Betreuerstäbe viel besser auf solche Szenarien ein, an die Tanke muss niemand mehr. Mit einer Regeländerung hat das also nichts zu tun, dabei darf über sie nachgedacht werden. Sicher, heute wird noch über diese legendäre Partie geredet, das hat was. Aber extreme Ausreißer nach oben in der Spielzeit gab es seitdem immer mal wieder – und sie sind ein Problem nicht nur für die Spieler, die ja meistens zwei Tage später schon wieder ran müssen, sondern auch für die Zuschauer in der Halle. Kinder müssen irgendwann ins Bett, der ÖPNV wird am späten Abend zur Herausforderung, und und und.

Die Lösung wäre einfach: wie in der Hauptrunde nicht mit jeweils fünf, sondern nur drei Feldspielern auflaufen – geht schneller. Ja, ein Zufallstor wird so wahrscheinlicher. Und ja, das konditionell bessere Team hat Vorteile – aber war das beim zweiten Verlängerungssieg der Adler heuer im Viertelfinale gegen München anders? Besser als die Lotterie Penaltyschießen bliebe es allemal.

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