Handball
European League: Gute Ausgangsposition für die Löwen
Albin Lagergren traf Sekunden vor dem Abpfiff und ermöglichte den Löwen so, mit nur einem Tor Rückstand am Dienstag um 18.45 Uhr im SNP Dome in die zweite Partie zu gehen. Das Final Four Ende Mai ist in greifbarer Nähe.
Nach einer fabelhaften ersten Halbzeit schwanden die Kräfte. Medwedi war am Drücker, diktierte das Spiel und führte zeitweise mit drei Toren. In der Abwehr bekamen die Löwen keinen Zugriff mehr. Aber die sehr müden Spieler des Bundesligisten ließen sich nicht hängen, wehrten sich und kamen am Ende mit einem blauen Auge davon. „Wir machen zu viele einfache Fehler, verlieren die Zweikämpfe, sie sind aber auch brachial gekommen“, sagte Trainer Martin Schwalb. Gestern hieß es, womöglich bleibe Schwalb doch noch eine Saison, bis Sebastian Hinze übernimmt.
1200 Zuschauer dabei
Ja, was war denn das? Tatsächlich. Bei der Partie waren 1200 Zuschauer erlaubt, sie grölten und pfiffen, der Hallensprecher gab den Aufpeitscher, alles ganz ungewohnt in der schon ein Jahr lang dauernden Pandemie. Die Löwen mussten sich erst ein bisschen daran gewöhnen, aber das schafften sie schnell, nach einem 0:3-Rückstand gelang ihnen ein 5:0-Lauf, sie übernahmen das Kommando, führten einmal gar mit sechs Toren.
Tolles Konterspiel
Das Konterspiel war großartig, zudem bekamen die Russen Kreisläufer Jannik Kohlbacher überhaupt nicht in den Griff. Kohlbacher trumpfte auf, als hätte er gar keine Rückenbeschwerden. Medwedis Trainer Wladimir Maximow war nicht zufrieden. Unglaublich: Die russische Handball-Legende steht auch mit 75 Jahren noch unverdrossen an der Seitenlinie.
Da Jesper Nielsen wegen eines Muskelfaserrisses noch einige Zeit ausfällt, bildeten Ymir Gislason und Mait Patrail den Innenblock. Den Löwen war zumindest in der ersten Halbzeit die Dauerbelastung der vergangenen Wochen nicht anzumerken. Was für eine Energieleistung.
Am Samstag geht es weiter
Am heutigen Mittwoch geht es zurück. Das nächste Spiel ist „erst“ am Samstag, dann schaut die TSV Hannover-Burgdorf in der SAP-Arena vorbei.
So spielten sie
Medwedi Tschechow: Pawlenko - Kiselew, Kirill Kotow (3), Kosorotow (5) - Kornew, Ostaschenko (7) - Andreew (1) - Ermakow (4), Kulak, Alexander Kotow (13), Ovschinnikow
Rhein-Neckar Löwen: Palicka, Katsigannis - Lagergren (3), Schmid (7/3), Nilsson (2) - Groetzki (5), Tollbring (6) - Kohlbacher (6) - Patrail, Gislason, Kirkelökke (2), Lagarde (1)
Spielfilm: 3:0 (4.), 5:5 (10.), 7:10 (15.), 10:14 (22.), 12:18 (28.), 15:19 (Halbzeit), 21:21 (38.), 29:27 (51.), 33:30 (55.), 33:32 (Endstand) - Siebenmeter: 3/1 - 4/3 - Zeitstrafen: 0/1 - Beste Spieler: Alexander Kotow, Ostaschenko - Kohlbacher, Groetzki, Tollbring - Schiedsrichter: Mitrevski/Todorovski (Nordmazedonien). öpf