Handball
Eulen-Sieg in Hannover: Nur die zehn schwachen Minuten stören
Pascal Durak rätselte nach Spielende in der großen ZAG-Arena an der Hannoveraner Messe. „Das ist unser größtes Problem, dass wir es nicht über die volle Dauer hinkriegen, dann wieder viele Bälle wegschmeißen. Wir haben auch noch ganz einfache Chancen liegenlassen“, sagte der Rechtsaußen der Eulen Ludwigshafen.
Bis zur 40. Minute machten die Eulen ein großartiges Auswärtsspiel, führten beim TSV Hannover-Burgdorf mit 21:14. Es war eine beeindruckende Reaktion auf die 26:28-Niederlage am Sonntag im Kellerduell gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Oder, wie es der Hannoveraner Trainer Carlos Ortega sagte: „Sie spielen ums Überleben. Das ist Handball!“ Doch der Sieben-Tore-Vorsprung schmolz in den folgenden zehn Minuten. Auf einmal stand es nur noch 21:20.
Wichtige Impulse
„Die Mannschaft ist ein hohes Tempo gegangen. Dass es dann Phasen gibt, wo die Kräfte nachlassen, ist normal. Wir haben zu viel verworfen“, sagte Geschäftsführerin Lisa Heßler – und schob nach: „Wir haben dennoch verdient gewonnen. Es war ein Start-Ziel-Sieg.“ Heßler sprach von Impulsen, die in dieser kritischen Phase ganz wichtig waren: Die zwei Paraden des in der 50. Minute für Martin Tomovski gekommenen Altmeisters Gorazd Škof und zwei Tore von Pascal Bührer zum 22:20 (50.) und 23:21 (51.). Bührer war da für Dominik Mappes ins Spiel gekommen. Mappes agierte weitgehend überragend, machte in dieser Phase aber auch Fehler.
Einen großen Anteil am Eulen-Sieg hatte auch Pascal Durak. Der 28-Jährige warf acht Tore, vier davon waren Siebenmeter. Und dennoch ärgerte sich der Rechtsaußen nach dem Spiel – über einen vergebenen Siebenmeter und eine weitere Chance, die er nicht im Tor unterbrachte. „Die waren in einer wichtigen Phase, wo wir weit hätten wegziehen können.“
Eulen überraschen mit Tempohandball
Dennoch überwog die Freude über den Auswärtssieg und die persönliche Leistung: „Ich bin froh, dass ich die anderen Dinger reingemacht habe. Das waren wichtige Tore, einfache Tore, viele auch nach Kontern. Wir sind ja nicht gerade dafür bekannt, Tempohandball zu spielen.“
Genau das taten die Eulen in Hannover aber. Matschke wollte den Gegner damit überraschen. „Diese Mannschaft mit diesem Charakter kann ich heute gar nicht hoch genug loben. Wir waren gegen Hannover immer nah dran. Wir haben nun 13 Punkte in der Rückrunde geholt, Platz neun der Rückrundentabelle. Das ist außergewöhnlich.“ Der Glaube an den Ligaverbleib ist da – natürlich auch bei Pascal Durak: „Wir haben ab der ersten Minute gekämpft bis zum Umfallen. Wir wollen nun jedes Spiel gewinnen. Wenn wir irgendwie die Klasse halten wollen, muss dies das Ziel sein.“
Mal kurz durchschnaufen
Am Donnerstag, 27. Mai (19 Uhr), geht es bei der MT Melsungen weiter. „Wir hatten in den letzten Wochen ein schweres Programm, können jetzt mal kurz Luft rauslassen“, sagte Durak. Dann gehen die intensiven Wochen weiter. Am 30. Mai ist dann schon HBW Balingen-Weilstätten zu Gast in der Friedrich-Ebert-Halle. Die Balinger liegen als Tabellen-16. derzeit einen Punkt vor den Eulen auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ...