Handball
Eulen Ludwigshafen zeigen ganz viel Biss
Die Eulen brauchten vor 1472 Zuschauern ein bisschen, bis sie in der Partie waren. Ab der achten Minute waren sie am Drücker. Auffällig: Abwehr-Ass Julius Meyer-Siebert kam auch im Angriff zum Zuge, nutzte seine Chance. Für den zuletzt kranken Linksaußen Kian Schwarzer spielte Tim Schaller, er machte seine Sache sehr gut, nicht nur bei Siebenmetern.
Angetrieben wurden die Eulen vom in der ersten Halbzeit überragenden Mex Raguse. Stark vor der Pause: Torhüter Ziga Urbic mit sieben Paraden. Dass der Bundesliga-Absteiger und Aufstiegsaspirant zur Pause nur 14:16 zurücklag, war schmeichelhaft, die Eulen führten schon mit 14:10, ließen die Gäste, die vor der Länderspielpause eine böse 26:41-Klatsche beim VfL Eintracht Hagen quittiert hatten, aber durch zwei Fehler wieder herankommen.
Führung hält bis zur 47. Minute
Die Eulen hielten ihr gutes Niveau in der Abwehr nach der Pause nicht mehr. Sie kassierten die Gegentreffer viel zu schnell. Die Führung hatte bis zur 47. Minute Bestand, dann schaffte Hamm erstmals wieder den Ausgleich. Es hieß 24:24. Mit der nun vorgezogenen offensiven Abwehrvariante des ASV tat sich der Außenseiter schwer.
Aber diesmal blieben die Eulen selbstbewusst, ließen nicht locker, sie bissen, hatten Siegeswillen. Und sie hatten Ziga Urbic zwischen den Pfosten, der bei 25:24 einer wichtige Parade zeigte. So konnte sich das Team wieder einen Vorsprung erkämpfen.
Gastgeber kämpfen
Es ging Hin und Her. Die Gastgeber kämpften, machten sich mit völlig überflüssigen technischen Fehlern das Leben selbst schwer. Mit dem siebten Feldspieler suchten sie Lösungen. Klar: Sie mussten auch die eine oder unverständliche Schiedsrichterentscheidung der Herren Philipp Dinges und Tobias Schmack verdauen. Das Foul von Jakub Sterba an Jannek Klein in der Schlussphase – das war unzweifelhaft eine Rote Karte. Sterba bekam nur zwei Minuten ...
„Wir hatten heute Eier, wir sind volles Risiko gegangen, wollten unbedingt den Sieg“, sagte Eulen-Trainer Johannes Wohlrab. Und Julius Meyer-Siebert unterstrich: „Wir sind im Plan geblieben.“
Die Spannung stieg. 30:28. 30:29. 31:29. 31:30. Und dann traf Tim Schaller in der letzten Spielminute zum 32:30, die mutigen, tapferen Eulen waren am Ziel, auch wenn die Gäste noch einmal verkürzten. „Unser Wille war heute mehr als 100 Prozent“, betonte Tim Schaller.