Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen beenden Negativserie mit Heimsieg

Mit WuchtKian Schwarzer überwindet Hüttenbergs Torwart Leonard Grazioli und zirkelt den Ball hoch ins Eck.
Mit WuchtKian Schwarzer überwindet Hüttenbergs Torwart Leonard Grazioli und zirkelt den Ball hoch ins Eck.

Nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg feiert Zweitligist Eulen Ludwigshafen gegen den TV Hüttenberg wieder ein Erfolgserlebnis. Mannschaft, Offiziellen und Fans fällt ein Stein vom Herzen.

Am Ende sangen die Zuschauer – außer den mitgereisten Fans des TV Hüttenberg, versteht sich: „Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen“. In der Tat: Nach fünf sieglosen Spielen belohnten sich die Eulen Ludwigshafen diesmal für ihren aufopferungsvollen Kampf über 60 Minuten und fuhren am Samstagabend einen 30:28-Heimsieg ein. Erst tanzten nach dem Schlusspfiff daher alle ausgelassen im großen Kreis, dann setzte Jannek Klein zur obligatorischen „Humba“ an. Die Erleichterung über den Erfolg war allen anzumerken.

Vom Anpfiff weg hatten die Eulen im Angriff viel Arbeit gegen die sehr agile 3-2-1-Abwehr der Hüttenberger, kamen immer mal wieder in Zeitspielnöte. „Wir haben das Team aber gut auf diese Deckung vorbereitet, in der kurzen Zeit, die wir seit dem Potsdam-Spiel am Mittwoch nur hatten“, sagte Coach Johannes Wohlrab dazu. Er kannte diese Abwehrvariante der Hüttenberger aus seinem früheren Wirken dort bestens.

Rückstand zur Pause

So kamen die Eulen durchaus zu Torerfolgen. Problematisch war zunächst eher, dass die Gäste nach Gegentoren häufig gefühlt nach 15 Sekunden selbst wieder zum Torerfolg kamen.

Vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Eulen dann besser zurecht, gingen beim 11:10 (22.) durch Finn-Lukas Leun erstmals vor der Pause in Führung. Danach folgten zwei Gegenstöße durch Mex Raguse und Tim Schaller zum 14:13 (28.). Doch die Führung schenkten die Gastgeber in der Eberthalle vor 1499 Zuschauern noch unnötig her. Unter anderem erlaubten sie dem Hüttenberger Team von Trainer Stefan Knerr einen Kempa-Trick durch die Mitte durch Hendrik Schreiber und dann noch einen durch Rechtsaußen Tristan Kirschner – 14:16 zur Pause.

Spätestens beim 17:17 (36.), nachdem Tim Schaller einen Strafwurf verwandelt hatte, waren die Eulen aber wieder zurück. Dennoch blieb die Partie, in der Kapitän und Kreisläufer Maximilian Haider nach seiner im Spiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen erlittenen Fußverletzung wieder mitwirken konnte, auf Messers Schneide. Vor allem Ian Weber vom Tabellennachbarn hielt die Eulen mit seinem Rückraumwürfen weiter auf Distanz: 19:22 (43.) und 21:24 (48.) hieß es aus Eulen-Sicht.

Taktischer Kniff

Doch ein personeller und ein taktischer Kniff brachten schließlich die Wende, die die Eulen-Fans in den letzten zehn Spielminuten nicht mehr auf den Sitzen hielt. Erst entschloss sich Trainer Wohlrab, in Absprache mit Torwarttrainer Patrick Jahnke, ab der 43. Minute Ziga Urbic für den zuvor gar nicht schlechten Mats Grupe ins Tor zu schicken. „Die TVH-Außen hatten bis dahin 100 Prozent ihrer Würfe getroffen“, erklärte Wohlrab, warum er einen anderen Impuls setzen wollte. Und Urbic kam in 17 Minuten noch auf fünf Paraden, vor allem gegen die Außen.

Zudem setzten die Eulen im Angriff nach einer Auszeit ab der 50. Minute auf die Variante Sieben gegen Sechs. Das bekamen die Hüttenberger nicht in den Griff, weil die Eulen nun auch effektiver ihre Wurfchancen nutzten. Raguse, Trost und Klein trafen nun bei Durchbrüchen und aus dem Rückraum, hinten klaute Finn-Lukas Leun noch einen ganz wichtigen Ball. Beste Eulen-Torschützen bei dem wichtigen Heimsieg waren Mex Raguse und Kian Schwarzer (je 6) sowie Jannek Klein (5.).

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