Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen: 17 technische Fehler sind einfach zu viel

Enttäuscht: Die Eulen-Spieler nach der nächsten Niederlage.
Enttäuscht: Die Eulen-Spieler nach der nächsten Niederlage.

Mit 17 technischen Fehlern lässt sich in der Zweiten Handball-Bundesliga schlecht ein Spiel gewinnen. Genau das passierte den Eulen Ludwigshafen am Samstagabend in ihrer mit 30:31 (14:16) verlorenen Heimpartie gegen die HSG Nordhorn-Lingen.

Dabei waren Wille und Moral der Mannschaft von Johannes Wohlrab nicht abzusprechen. Die sportliche Situation des durchaus mit Ambitionen in die Saison gestarteten ehemaligen Bundesligisten sieht aktuell aber nicht positiv aus. Vier Niederlagen in Folge in der Liga und das Pokalaus gegen Eintracht Hagen sorgen für Ernüchterung. „Wir kämpfen uns nach einem Rückstand immer wieder heran. Aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Wir machen den entscheidenden Fehler zu viel. Das rächt sich dann“, erklärte Co-Kapitän Jannek Klein.

Ein perfekter Kempa als Trostpreis

Der Linkshänder sorgte mit einem perfekten Kempa nach Zuspiel von Kian Schwarzer immerhin für den optischen Leckerbissen des Abends vor 1622 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle. Für den ehrgeizigen Jannek Klein war das allerdings ein schwacher Trost.

Es gab auch richtig gute Momente am Samstagabend. So setzten sich Klein und Kollegen mit einem energischen 4:0-Lauf von 22:24 auf 26:24 durch Alexander Falk kurzfristig ab. Das hätte Selbstvertrauen geben müssen. „Statt nachzulegen, lassen wir das Ding wieder schleifen. Das geht gar nicht. Uns fehlt momentan einfach der Killerinstinkt in unseren Reihen“, haderte Rechtsaußen Falk.

Ordnende Hand fehlt

Außerdem fehlt den Eulen offensichtlich zurzeit eine ordnende Hand, die in Stresssituationen das Kommando im Rückraum übernimmt. Nach den Abgängen der Spielmacher Pascal Bührer, Max Neuhaus und Jan Remmlinger ruht auf der Mittelposition jetzt die Last bei Sebastian Trost und Marc-Robin Eisel. Beide erwischten gegen Nordhorn nicht ihren besten Tag und produzierten wie ihre Kollegen zu viele Fehler.

„Ich habe in den entscheidenden Phasen eine führende Hand in unserem Spiel vermisst“, sprach Trainer Wohlrab das Manko auf der Pressekonferenz an. Auch die Abwehrarbeit muss seine Mannschaft in den nächsten Wochen verbessern. Wieder über 30 Gegentore in einem Heimspiel sind einfach zu viel. Die HSG-Angreifer Johannes Wasielewski (acht Tore) und Tarek Marschall (sieben Tore) bekam die Deckung nur selten in Griff.

Lichtblick Raguse

Im Tor machte Mats Grupe (acht Paraden) gegenüber dem glücklosen Ziga Urbic (vier Paraden) eine bessere Figur. Stets voran bei den Eulen geht Mex Raguse: Der Rückraumspieler stemmte sich mit seinen acht Treffern gegen die fünfte Saisonniederlage. Aber auch Raguse konnte den vorentscheidenden 5:0-Lauf der Mannschaft von Daniel Kubes zum 29:26 (53.) nicht aufhalten. „Dieses Auf und Ab darf nicht passieren. Da fehlt einfach die Konstanz, ohne die es gegen eine so starke Mannschaft wie Nordhorn nicht geht“, erklärte Raguse.

Ausruhen können sich die Eulen nicht. Schon am Mittwoch (20 Uhr) steht die schwere Auswärtsaufgabe bei Tabellendritten VfL Potsdam auf dem Programm. Fraglich erscheint der Einsatz von Kapitän Max Haider, der wegen einer schmerzhaften Fußverletzung gegen Nordhorn schon nach sechs Minuten ausschied. Fehlen wird auf alle Fälle noch Kreisläuferkollege Kasper Manfeldt Hansen aufgrund einer Knieverletzung.

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