Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Mannheimer in der DFB-Elf: Pascal Groß macht Eindruck

Pascal Groß (links) gegen den französischen Star Antoine Griezmann.
Pascal Groß (links) gegen den französischen Star Antoine Griezmann.

Den Untergang gegen Japan konnte DFB-Debütant Pascal Groß nicht verhindern. Beim Sieg gegen Frankreich wurde der Mannheimer früh eingewechselt und riss das Spiel an sich. Ob er im Kreise der Nationalmannschaft bleibt, ist aber trotzdem ungewiss.

Als die meisten Spieler den Rasen in der Arena in Dortmund schon verlassen hatten, machte sich Pascal Groß noch einmal auf den Weg. Hinüber von der Tribüne des Stadions, in der sich die Kabinen der Mannschaften befinden, zur anderen Seite, wo es ein paar besondere Gäste gab. Dort warteten seine Frau, der gemeinsame Sohn, seine Eltern sowie die Schwiegereltern. Sie waren gekommen, weil der Abend für den Mannheimer besonders war, und weil die Gelegenheit günstig war, wenn der Nachwuchs mal wieder im Lande ist.

Die Erfüllung eines Lebenstraums

Pascal Groß, 32, lebt mit seiner Familie im südenglischen Brighton, wo er inzwischen im siebten Jahr für Brighton & Hove Albion in der Premier League spielt. Groß kann nicht mehr so oft in Deutschland sein, die Großeltern können den Enkel nicht regelmäßig sehen. Da lohnte sich der Besuch in Dortmund besonders, wo Groß am Dienstagabend für die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich im Einsatz war. Wenige Tage nach seiner Premiere beim 1:4 gegen Japan absolvierte der Mittelfeldspieler beim 2:1-Sieg gegen Frankreich sein zweites Länderspiel.

Momente vor der Erfüllung eines Lebenstraums: Pascal Groß wird beim Spiel gegen Japan von Hansi Flick eingewechselt.
Momente vor der Erfüllung eines Lebenstraums: Pascal Groß wird beim Spiel gegen Japan von Hansi Flick eingewechselt.

Einen Tag später sprach Groß mit der RHEINPFALZ. „Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Ich bin Fußballer mit Herz und Seele, es war immer ein Traum und ein Ziel, ein Teil der Nationalmannschaft zu sein“, sagte er: „Ich glaube, ich habe das alles noch nicht so richtig verarbeiten können.“ Seit vielen Jahren zeigte Groß in der Premier League starke Leistungen, kaum einer der vielen Topstars der starken englischen Liga gibt mehr Torschussvorlagen als er. Experten rühmen seine Spielstärke und sein taktisches Geschick. Trotzdem war er lange kein Thema für die Nationalmannschaft. Bis vor wenigen Wochen.

Von Minute zu Minute mehr Einfluss

Hansi Flick nominierte Groß für die Länderspiele gegen Japan und Frankreich, und der Neuling nutzte die Chance, die ihm geboten wurde. Beim 1:4 gegen Japan wurde Groß spät eingewechselt und vermochte den Untergang der DFB-Elf nicht aufzuhalten. Als er am Dienstag gegen Frankreich bereits nach 25 Minuten für den angeschlagenen Ilkay Gündogan aufs Feld geschickt wurde, zeigte Groß eine engagierte Vorstellung. Der 32-Jährige nahm im zentralen defensiven Mittelfeld von Minute zu Minute mehr Einfluss auf das Spiel der Deutschen und hatten dadurch Anteil am 2:1-Sieg gegen den Vizeweltmeister. „Ich habe mich auf dem Platz wohl gefühlt. Ich musste schnell meinen Puls hochkriegen und habe danach versucht, meine Stärken einzubringen und der Mannschaft damit zu helfen“, sagte er gegenüber der RHEINPFALZ.

Rudi Völler stattete den Mannheimer mit einem großen Lob aus. „Er hat ein wunderbares Spiel gemacht“, sagte der Kurzzeit-Teamchef und dankte Hansi Flick: „Es war ja auch seine Idee und eine wunderbare Entscheidung, Pascal Groß einzuladen, den viele gar nicht kannten in Deutschland.“

Konzentration auf den Klub

Ob Groß künftig weiterhin in den Kreis der Nationalmannschaft berufen wird, hängt davon ab, wer künftig Bundestrainer sein wird. Unter Völler, das klang durch, hätte er ganz gute Chancen. Groß selbst macht sich darüber wenig Gedanken. „Daran denke ich überhaupt gar nicht. Ich habe es immer so gehalten, dass ich mich mit den Dingen beschäftige, auf die ich Einfluss habe“, erklärte der Wahl-Engländer. Seine Aufmerksamkeit gilt dem eigenen Klub. „Für mich geht es darum, morgen in Brighton gut zu trainieren. Am Samstag spielen wir bei Manchester United, danach starten wir in die Europa League. Darauf freue ich mich sehr. Wenn ich meine Leistung bringe, kommt alles andere automatisch“, sagte Groß, ehe er zurück nach England flog.

Spiele für die Nationalmannschaft gehören für Groß aber zu der Art von Lebensträumen, von denen man nicht genug bekommen kann.

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