1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Roten Teufel als Raketenstarter

Schlichter: Jean Zimmer (Dritter von links) und Robin Bormuth (daneben) nach dem Siegtor.
Schlichter: Jean Zimmer (Dritter von links) und Robin Bormuth (daneben) nach dem Siegtor.

Die Spieler des FCK haben den wohl verdienten Urlaub angetreten. Sie gehen als Vierter in die Rückrunde. Dort treffen sie gleich auf einen Tabellennachbarn.

Es blühte der Flachs. Kein Wunder, wenn man zum Abschluss einer Hinserie die letzten drei Spiele gewinnt und den finalen Sieg mit einem Treffer feiert, der durch die letzte Aktion der Partie fällt. Philipp Klement, Mister Eiseskälte beim Verwandeln von Elfmetern, schlich sich in der Interviewzone der Düsseldorfer Arena an den gerade Rede und Antwort stehenden Jean Zimmer heran und ließ mal eben fallen, er könne jedes Wort unterschreiben – freilich ohne auch nur ein Wort gehört zu haben.

Zimmer reagierte inmitten seiner Lobeshymne auf den Mannschaftsgeist des 1. FC Kaiserslautern sofort und sagte: „Tja, und dann haben wir halt noch einen sensationellen Zehner, der auch mal einen Elfmeter reinschießt, nicht so wie im Training ...“ Klements Replik: „Im Training kann jeder.“

Tatsächlich braucht es jede Menge Mumm, in der siebten Minute der Nachspielzeit vor des Gegners Fanblock einen Strafstoß zu verwandeln, nachdem der Unparteiische noch mal eine leichte Korrektur der Ballplatzierung verlangt und das ganze Prozedere sich nervenaufreibend hingezogen hatte. Fortunen-Torhüter Florian Kastenmeier erschnupperte die Ecke, kam aber nicht mehr an den Ball. Das 2:1 war perfekt.

Der glückliche Jean Zimmer

Mit 29 Punkten gehen die Roten Teufel als Tabellenvierter in die Rückrunde, die für sie am 28. Januar mit dem Auswärtsspiel bei Hannover 96 beginnt; bei jener Mannschaft also, die mit einem Zähler weniger direkt hinter ihnen platziert ist. Die Lücke zu Tabellenplatz drei ist vier Punkte breit, der Vorsprung zu Platz 16 beträgt zwölf Punkte.

Jean Zimmer stand glücklich in der Mixed Zone. „In der zweiten Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir von Anfang an vorhatten. Was dann insgesamt abging, auch bei uns in der Kurve, ist unglaublich“, sagte der Kapitän. Eine abschließende Einordnung des Ganzen wollte ihm auf die Schnelle nicht glücken: „Zu erfassen, wie krass diese Truppe ist, wird eine Zeit dauern. Heute, das war ein Abbild des ganzen Jahres.“

Quatsch, der zurückliegenden beiden Jahre. „Sie waren voller Höhen und Tiefen. Wir waren fast von der Bildfläche und in der Regionalliga verschwunden, das war auch für mich eine sehr anstrengende Zeit. Da standen wir mit dem Arsch an der Wand. Wir sind eine richtige Truppe auf dem Platz, die nicht aufsteckt.“ Mehr noch: „Wir haben sehr viele Spiele gedreht, in denen wir zurücklagen. Das ist für einen Aufsteiger außergewöhnlich.“ Zwölf Zähler spielte der FCK nach Rückständen auf sein Konto. Zimmer war sich nicht ganz sicher, ab das vergangene Jahr das krasseste seiner Laufbahn war – oder ob die letzten beiden es waren.

Bormuths gutes Gefühl

Zimmer war einer von fünf ehemaligen Fortunen, die am Freitagabend das FCK-Leibchen trugen. Lex Tyger Lobinger, der vor dem Strafstoß gefoult wurde, Marlon Ritter, Boris Tomiak und Robin Bormuth waren die anderen. Natürlich strahlte auch Bormuth über beide Backen, als er vom Kaiserslauterer „Raketenstart“ in die zweite Hälfte erzählte. „Es war ein wildes Spiel. Nach hintenraus ist es etwas glücklich, aber wir nehmen den Sieg mit und machen so die perfekte englische Woche voll. Es war heute ein rundum gelungener Tag“, sagte der 27-Jährige und fügte hinzu: „Es ist ein gutes Gefühl, mit solch einem Erlebnis in die Winterpause zu gehen.“

Der Mannschaftsbus rollte mit einigen leeren Plätzen in die Heimat. Unter anderem Jean Zimmer stieg nicht ein. Die Eltern und seine Frau waren mit in die nordrhein-westfälische Kapitale gekommen, mit Freunden verbrachten die Zimmers einen netten Abend. Der Urlaub begann direkt nach Spielende. Noch auf dem Rasen hatte Trainer Dirk Schuster die imaginäre Glocke geläutet.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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