Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Die fast kindliche Vorfreude der Adler Mannheim auf den Start

Markus Eisenschmid will den Adler-Fans wie hier zu Glücksgefühlen verhelfen.
Markus Eisenschmid will den Adler-Fans wie hier zu Glücksgefühlen verhelfen.

Die Adler Mannheim gehen mit dem Aufwind einer guten Vorbereitung und mit „positiven Vibrationen“ in die neue Saison. Stürmer Eisenschmid setzt auf den Spaßfaktor. Zum ersten Heimspiel am Freitagabend schaut gleich mal ein alter Bekannter vorbei.

Man wird Markus Eisenschmid nicht zu nahe treten, wenn man ihm eine beinahe kindliche Vorfreude auf den Saisonstart am Freitagabend attestiert. „Ich möchte den Traum meiner Kindheit, den ich zum Beruf machen konnte, weiter leben“, sagt der 27-Jährige mit reichlich Pathos. Erfolge, klar, die seien wichtig „und kommen dann auch fast von selbst“, meint der Stürmer. Aber für ihn sei in erster Linie wichtig, „zu spielen und Spaß zu haben“.

Letzteres war im ersten Teil der vergangenen Saison vielen im Adler-Kader wohl etwas abhanden gekommen, Trainer-Nothelfer Bill Stewart brachte hinter der Bande das Stimmungsgefüge wieder ins Lot. „Und nach dem Sommer kommt sowieso jeder gutgelaunt zurück“, sagt Eisenschmid, dessen Sommer – familiär betrachtet – ohnehin turbulent war. Denn seine Schwester Tanja, die ebenfalls Nationalspielerin ist, wurde jüngst zur WM-Heldin, als sie in der allerletzten Sekunde durch ihren Siegtreffer gegen Dänemark den Abstieg der deutschen Frauen-Auswahl verhinderte.

Was die Schwester dem Profi voraus hat

„Das war perfektes Timing“, sagt Eisenschmid und lacht, ihm selbst sei einmal im Nationaltrikot ein wichtiger WM-Treffer eineinhalb Minuten vor Schluss gelungen. Aufgezogen wird er nun zu Hause aber nicht: „Bei uns in der Familie geht es nicht in erster Linie um Eishockey.“

Das ist in der alten Hochburg Mannheim und drumherum ab Freitagabend (19.30 Uhr/MagentaSport) in vielen Haushalten wieder anders. Zum Saisonauftakt in der SAP-Arena schaut ausgerechnet eine Mannheimer Legende vorbei: Harold Kreis ist der neue Trainer des Gegners Schwenninger Wild Wings. 9700 Karten waren dafür bis Mittwoch verkauft. „Ein Geduldspiel“ könne es werden, mutmaßt Adler-Stürmer David Wolf mit Verweis auf die Defensivkünste von Kreis’ Mannschaften.

Formdelle in Vorbereitung überwunden

Aber die Adler gehen unter ihren Flügeln mit dem Aufwind einer guten Vorbereitung in die Partie, gekrönt vom Turniersieg am vergangenen Wochenende in Graz. Da habe die Mannschaft auf eine vorherige Formdelle reagiert. „Das 1:3 in Köln“, erinnert sich Bill Stewart und schmunzelt, „das war halt ein August-Spiel“. Wie es im Hochsommer nach schon ein paar Wochen Training mal vorkommen kann. Wichtiger waren ihm die „positiven Vibrationen“ auf dem Eis und in der Kabine. Zumindest mal für sich und seinen Stab stellt der Kanadier fest: „Wir genießen es jeden Tag, in die Halle zu kommen.“

Zwei Verletzte

Auch wenn gleich zum Ligastart das Verletzungspech zuschlägt. Neuzugang Tyler Gaudet wird am Wochenende – also auch am Sonntag (15.15 Uhr/ServusTV) beim EHC Red Bull München – fehlen, seine Rückkehr ist aber dann für kommende Woche avisiert. Anders sieht’s bei Verteidiger-Routinier Joonas Lehtivuori aus, der über den Auftakt hinaus ausfallen könnte. Apropos Finne. Ein Verteidiger namens Mikko Kousa (zuletzt Pelicans Lahti) macht derzeit bei den Adlern mit – allerdings nur als Trainingsgast, der sich für einen neuen Arbeitgeber fithalten möchte, wie von offizieller Seite zu hören war. Bill Stewart ließ sich, zu dem vereinslosen 34-Jährigen befragt, auch nicht wirklich locken, aber es klang schon ein bisschen weniger nach kategorischem Ausschluss der Möglichkeit einer Verpflichtung.

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