Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die deutschen Spieler surfen weiter auf der Erfolgswelle

Freude pur: Die Torhüter Andreas Wolff und Joel Birlehm umarmen sich, auch Rune Dahmke (links) und Jannik Kohlbacher strahlen na
Freude pur: Die Torhüter Andreas Wolff und Joel Birlehm umarmen sich, auch Rune Dahmke (links) und Jannik Kohlbacher strahlen nach dem nächsten Streich. Hinten rechts: Paul Drux.

Die deutschen Handballer steuern Kurs WM-Viertelfinale. Im ersten Hauptrundenspiel gab es einen 39:19-Sieg gegen das überforderte Team Argentiniens. Das war ein starker Auftritt. Am Samstag kann die Auswahl mit einem Erfolg gegen die Niederlande den nächsten Schritt machen.

Der Länderspieltag von Leonel Carlos Sergio Maciel war nach zwölf Minuten beendet. Der argentinische Torhüter musste seinem Kollegen Juan Manuel Bar Platz machen, er hatte gegen die Würfe der deutschen Handballer keine Chance.

Auch Bar konnte nicht ausbaden, was seine völlig überforderten Vorderleute anrichteten. Deutschland war am Donnerstag in der Spodek-Arena mindestens eine Nummer zu groß, nach knapp einer Viertelstunde war das ungleiche Kräftemessen entschieden. Das konzentrierte, starke, ja: furiose deutsche Team zog Tor um Tor davon, weil die Südamerikaner schlecht warfen, am starken deutschen Torhüter Andreas Wolff scheiterten und einfache Fang- und Abspielfehler produzierten. Konterangriffe leicht gemacht! Auch die unorthodoxe Variante, einen siebten Feldspieler von der Bank aus während des Angriffs auf das Feld zu schicken, brachte keinen nachhaltigen Erfolg. „Andi, Andi“, sangen und jubelten die deutschen Anhänger. Und: „Ohne Messi habt ihr keine Chance.“

In Tokio war es härter

Das Spiel in Tokio bei den Olympischen Spielen Ende Juli 2021 war trotz des 33:25 umkämpfter. Vielleicht hätte man es trotzdem erahnen können. Argentinien verlor deutlich in der WM-Vorrunde in Krakau 19:29 gegen die Niederlande und 21:32 gegen Norwegen ...

Stark: Patrick Groetzki.
Stark: Patrick Groetzki.

Die deutsche Angriffswelle rollte, die Außenspieler Lukas Mertens vom SC Magdeburg und Patrick Groetzki schossen ein schönes Tor nach dem anderen. Sie waren kaum zu bremsen. Juri Knorr, der Dirigent, hatte alles im Griff. „Wir hatten Spaß, Gas zu geben. Damit haben wir nicht gerechnet, dass es so deutlich wird“, sagte Knorr. Und Kapitän Johannes Golla fasste den Abend so zusammen: „Es war ein fast perfektes Spiel.“

Lukas Mertens, der Aufsteiger im Nationalteam, wurde als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. Wie Patrick Groetzki markierte er fünf Tore.

Gislason wechselt viel

Bundestrainer Alfred Gislason tat, was er schon beim lockeren Gruppenausstand gegen Algerien tat: Er wechselte munter durch. Routinier Kai Häfner erhielt früh eine längere Auszeit, er kam erst in den letzten Minuten ganz kurz zurück. „Wir haben uns ein schwierigeres Spiel erwartet. Wir sind aber froh, dass wir so gut reingekommen sind. Und wir haben die zweite Halbzeit souverän zu Ende gespielt, deswegen sind wir echt happy“, sagte Kai Häfner.

Treffsicher: Lukas Mertens beim Wurf.
Treffsicher: Lukas Mertens beim Wurf.

In der zweiten Halbzeit rückte Joel Birlehm zwischen die Pfosten, hielt erneut gut. Christoph Steinert, Paul Drux, Luca Witzke, Djibril M’Bengue, Rune Dahmke, sie bestritten den zweiten Durchgang. „Wir surfen weiter. Und das macht Spaß“, meinte Linkshänder Christoph Steinert.

Djibril M’Bengue macht es gut

Der Torfluss riss nicht ab. Vier Minuten ohne Treffer wie zwischen der 45. und 49. Minute war die Ausnahme. Djibril M’Bengue vom Bergischen HC legte einen guten Auftritt hin, fügte sich nahtlos ein. Schon in der Partie gegen Algerien bekam der 30-Jährige viele Spielanteile. „Wir machen von der ersten Sekunde an ein überragendes Spiel. Wir haben eine super Abwehr, tolle Torhüter dahinter. So fällt es einfach, schnell nach vorne zu spielen, leichte Tore zu erzielen. Dann kommen wir einfach ins Rollen heute. Deswegen fällt der Sieg am Ende so deutlich aus“, erklärte Djibril M’Bengue. „Die letzten zwei Spiele waren ganz gut für mich. Es ist ein tolles Gefühl, eine WM spielen zu dürfen“, betonte der Halbrechte.

So einfach wird es nicht wieder.

Niederlande warten

Am Samstag (20.30 Uhr, ZDF) warten nun die Niederlande. Das Team drehte am Donnerstag die Partie gegen Katar dank einer starken zweiten Halbzeit mit 32:30 (15:19) und ist weiter im Rennen um ein Viertelfinal-Ticket. „Das wird auf jeden Fall ein sehr harter Kampf“, glaubt Djibril M’Bengue.

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