Handball
Deutsche Handball-Frauen erreichen EM-Hauptrunde
Mit dem Remis gegen die Polinnen beendete die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Vorrunde in Kolding mit 3:3-Punkten, ist in der zweiten Phase des Turniers dabei und startet in jedem Fall mit zwei Punkten in die Hauptrunde. „Das haben wir geschafft und jetzt müssen wir uns weiter verbessern“, sagte Trainer Henk Groener.
„Wir wussten, dass es so ein enges Spiel werden würde“, sagte Julia Behnke. Die Kreisläuferin sprach nach dem Remis gegen die „körperlich starken Polinnen“ von „Stolz und großer Freude“, aber in ihrem Gesicht war vor allem die Erleichterung zu erkennen, die sich durchsetzte, als das Adrenalin langsam aus dem Körper wich. Es stand für die deutschen Handballerinnen viel auf dem Spiel, denn ein Ausscheiden nach der Vorrunde hätte den Aufwärtstrend, den es unter Bundestrainer Groener gegeben hatte, jäh unterbrochen. Schließlich wollen die deutschen Frauen den Sprung in die Weltspitze schaffen – und dazu ist das Erreichen der Hauptrunde bei der EM die Minimalvoraussetzung.
Denkbar schlechter Start
Nach dem historischen Debakel gegen Norwegen am Samstag hatten die Deutschen gegen Polen einen denkbar schlechten Start erwischt. Vor allem im Angriff ließen sie zu viele Chancen liegen und lagen deshalb nach zehn Minuten 2:6 hinten. Die Verunsicherung war greifbar. „Es war ein Nervenspiel“, räumte Marlene Zapf später ein. Die Rechtsaußen saß zu Beginn der Partie noch auf der Bank und wurde erst später zu einem wichtigen Erfolgsfaktor der deutschen Frauen, als sie in der zweiten Hälfte vier von fünf Würfen im Tor unterbrachte und auch das wichtige 21:19 (58.) erzielte. Zapf war die beste Werferin für die DHB-Auswahl.
Es lag aber nicht an der gebürtigen Südpfälzerin, dass die Deutschen in der ersten Halbzeit zurück ins Spiel fanden. Das hatte mit Willen, mit Leidenschaft und mit Dinah Eckerle zu tun. Die Torhüterin verhinderte zunächst, dass Polen den Vorsprung noch deutlicher gestaltete und sorgte anschließend gemeinsam mit der besser werdenden Abwehr dafür, dass trotz vieler Fahrkarten im Angriff zur Pause eine 9:8-Führung auf der Anzeigetafel stand. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich in der Halbzeit mal 9:8 geführt habe“, sagte Groener ungläubig.
Die richtige Antwort
Das Resultat war jedoch keine Täuschung – auch nach dem Seitenwechsel fielen wenige Tore. Für beide Mannschaften stand viel auf dem Spiel, denn die Polinnen wehrten sich gegen das frühe Ausscheiden. Allerdings hatten die Deutschen trotz vieler Schwächen ihre Nerven soweit im Griff, dass sie auf einen 13:15-Rückstand (40.) eine richtige Antwort fanden. Dank zweier Tore von Zapf ging die DHB-Auswahl 16:15 in Führung und verteidigte einen knappen Vorsprung bis in die Endphase. Der 21:21-Ausgleich fiel 25 Sekunden vor dem Ende und damit zu spät, um den Polinnen noch eine realistische Siegchance zu ermöglichen.