Sport Der Tabellenteiler
KAISERSLAUTERN. Zwischen Baum und Borke gibt’s kein Ruhekissen: Nach der vierten Schlappe im achten Heimspiel der Saison, dem 1:2 (0:1) gegen den FC St. Pauli, rangiert der 1. FC Kaiserslautern mit 22 Punkten als Neunter in der Tabellenmitte.
Von Platz drei, dem Relegationsplatz ins Glück, trennen den FCK sieben Punkte. Von Platz 16, dem Relegationsplatz zum Untergang, trennen die Lauterer nur sechs Punkte. „Wir haben eine Riesenchance vergeben“, trauerte Trainer Konni Fünfstück der Möglichkeit nach, bis auf einen Punkt an den Liga-Dritten FC St. Pauli heranzukommen. Statt nach oben schielen zu können, geht der bange Blick nun wieder nach unten. Ganz unten steht der MSV Duisburg, der am Sonntag (13.30 Uhr) zum Rückrundenauftakt ins Fritz-Walter-Stadion kommt. Der dritte Heimsieg ist angesichts der trüben Heimbilanz ganz sicher kein Selbstläufer. Die „Zebras“ führten am Sonntag bei RB Leipzig bis zur 85. Minute, kassierten dann den Ausgleich und verloren 2:4. Ilia Gruev, ihr neuer Trainer, holte vorher zwei Remis und einen Sieg mit dem MSV. Nach zwei Jahren als Co-Trainer unter Kosta Runjaic kennt er den FCK natürlich aus dem Effeff. Auch die Anfälligkeiten bei gegnerischen Standards. Sie besiegelten beim 0:3 gegen den 1. FC Nürnberg das Aus für Runjaic. Sie brachten den FCK gegen Pauli nach dem ersten Eckstoß und Bernd Nehrigs Kopfball an die Latte durch Chris Löwes Eigentor beim Rettungsversuch bei Lennart Thys Schuss früh in Rückstand. „Wir haben ein Spiel verloren, das man nicht verlieren muss. Für die Rückrunde müssen wir uns vornehmen, nicht mehr so viele einfache Gegentore zu fangen“, sagte Löwe. „Die Art und Weise der Gegentore war einfach bitter. Da haben wir gleich nach der Pause drei, vier gute Aktionen, und aus dem Nichts fällt das 2:0“, ärgerte sich Stipe Vucur. Es ist müßig, den nicht gegebenen Elfmeter nach Ziereis’ Foul am umtriebigen Lukas Görtler zu betrauern. Aber ein Ausgleich in der siebten Minute hätte hilfreich sein können. „Wir haben nicht so schlecht gespielt, wir waren dominant, aber wir bekommen immer wieder so einfache Tore. Es ist zum Kotzen“, haderte Görtler. Am Sonntag verbüßen nach ihrer jeweils fünften Gelben Karte Daniel Halfar und Patrick Ziegler ihre Spieltagssperren. Für Ziegler kehrt Markus Karl in die Startelf zurück und wird Halfars Spielführerbinde übernehmen. Der Ausfall des kreativen Kapitäns, gerade daheim, wenn die Mannschaft das Spiel gestalten muss, wiegt schwer. Quittiert hat der 27-Jährige, kämpferisch ein Vorbild, die Verwarnung drei Minuten nach seinem ersten Saisontor, als er an der Sechzehnmeterkante im Duell mit Sören Gonther einen Freistoß zu schinden versuchte. „In so einer Situation versucht man halt alles. Ich habe den Schiri noch zu überreden versucht, die Karte nicht zu ziehen – das war erfolglos“, gestand Halfar. Positiv: Jean Zimmer, der Tempomacher mit Biss, ist zurück. Und mit Manni Osei Kwadwo entwickelt sich das nächste Eigengewächs als hoffnungsvolle Alternative. Die Fans mögen ihn und seine Spielweise, sie skandierten mehrfach: Manni, Manni. „Das fühlt sich sehr gut an, pusht einen noch mal, Gas zu geben“, sagte der 20-Jährige nach seinem Heimdebüt. Ein Gewinner beim Verlierer. Ein Spaßfußballer mit Herz.
