Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Der Primus ist zu stark für die Rhein-Neckar Löwen

Patrick Groetzki erzielt das 13:13.
Patrick Groetzki erzielt das 13:13.

Die Rhein-Neckar Löwen verlieren das Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin mit 32:34. Der Tabellenführer zeigt den Gastgebern die Grenzen auf. Vor der Partie immerhin gibt es eine gute Nachricht.

Der Tabellendritte gegen den Spitzenreiter – es war ein offener Schlagabtausch, von der ersten Minute an. Es ging hin und her. Keine der Mannschaften konnte sich vor 8154 Zuschauern zunächst entscheidend absetzen, wobei die Löwen den besseren Start hatten.

Ab der 20. Minute lagen die Füchse stets mit einem Treffer vorne. Die Gastgeber lebten von ihrem Regisseur Juri Knorr, der unermüdlich rackerte. Albin Lagergren patzte mehrmals beim Zuspiel. Benjamin Helander, der Ersatzmann für Uwe Gensheimer, und Kristjan Horzen scheiterten frei und unbedrängt am guten Keeper Dejan Milosavljev. Überhaupt kein Faktor war Löwen-Keeper Joel Birlehm, ihn ersetzte in der 23. Minute Mikael Appelgren. Der Schwede hielt besser, stabilisierte mit seinen Paraden die Abwehr. Gleichwohl gewannen die Füchse das Torhüterduell. 16:16 zur Pause, das war in Ordnung.

Starker Knorr sieht’s realistisch

Ab der 40. Minute übernahmen die Füchse das Kommando. Der Tabellenführer eilte davon. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, mussten dann abreißen lassen. Die Füchse waren reifer. Aber aus solchen Spielen lernen wir“, meinte Juri Knorr, nicht nur wegen seiner elf Tore bester Mann der Löwen. Was für eine Entwicklung!

Die Berliner spielten im Angriff fast fehlerlos, deshalb kamen die Löwen nicht in ihre gefürchteten Gegenstoß-Attacken. Sie hatten viel zu viele Schwankungen in ihrem Spiel. Der Ausfall von Halil Jaganjac machte sich bemerkbar. Die gewitzte und spielfreudige Rückraumreihe der Füchse mit Lasse Andersson, Jakob Holm und Fabian Wiede war nur schwer zu stoppen. Und die Breite im Kader ist erstaunlich, mit Paul Drux oder Max Darj hielten die Füchse ihr Niveau, es gab keinen Leistungsabfall. Auch den Europapokal-Trip am Dienstag nach Mazedonien steckte das Team weg. Lasse Andersson kam am Ende wie der unverwüstliche Hans Lindberg auf acht Tore. „Ich bin überaus glücklich, dass wir den Sieg hier geholt haben. Das sah in den ersten 15 Minuten nicht danach aus. Wir haben Glück mit ein, zwei Paraden. In die zweite Halbzeit kamen wir sehr gut rein“, sagte Füchse-Trainer Jaron Siewert

Immerhin: Die Gastgeber kämpften, einen Sieben-Tore-Rückstand in der 54. Minute verkürzten sie noch. Das 32:34 sah noch recht gut aus. „Wir waren lange ebenbürtig, machen dann im Angriff zu einfache Fehler“, haderte Olle Forsell Schefvert.

Groetzki bleibt Löwen treu

Der Abend begann stimmungsvoll. Nanu, was war das denn? Auf dem Videowürfel war Patrick Groetzki zu sehen. Am Ende hielt er da ein Löwen-Trikot, flankiert von dem Slogan: „Wahre Liebe“. Die Auflösung erfolgte von Hallensprecher Kevin Gerwin: Der Kapitän verlängerte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um drei Jahre. Das kam gut an, Patrick Groetzki winkte den Zuschauern. Dem Rechtsaußen gelangen sieben Tore, das passte. „Die Rhein-Neckar Löwen sind mein Verein. Hier bin ich zum Bundesliga- und Nationalspieler geworden, hier in der Region ist mein Zuhause. Meinen Vertrag ein weiteres Mal zu verlängern, war eine Herzensangelegenheit, und ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat“, erklärte er. „Berlin ist eine absolute Top-Mannschaft. Insgesamt können wir mit dem Spiel zufrieden sein.“

Löwen-Trainer Sebastian Hinze meinte: „In der zweiten Halbzeit machen wir es offensiv immer noch gut, wir haben eine Phase, in der wir neun Tore in Folge kassieren. Da kommt für uns viel zusammen. Das müssen wir uns in Ruhe noch mal angucken.“

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