Kommentar
Der Kurswechsel der Eulen Ludwigshafen
Hinter den Kulissen hat sich einiges getan in den vergangenen Wochen bei den Eulen Ludwigshafen. Der Handball-Zweitligist startet mit einer neuen Kampagne. Sie heißt: „Energie. Leidenschaft. Erfolg.“ Erneut ist die Idee dahinter: Handball mit Herz. Es gibt ein neues Trikot, einige Ludwigshafener Symbole zieren im Graffiti-Style das Leibchen für die neue Saison. Geschäftsführerin Lisa Heßler berichtete bei der Saisoneröffnungspressekonferenz von neu gewonnenen Partnern. Dies ist auch das Verdienst von Alexander Schmitt. Der langjährige Teammanager von TuS Dansenberg verstärkt die Eulen seit dem Frühsommer in Sachen Marketing und Vertrieb. Das ist gut, das ist wichtig, denn bei den angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hilft jede Unterstützung.
Kamen vor der vergangenen Saison noch die hochkarätigen Neuzugänge Tom Bergner, Kian Schwarzer und Mex Raguse, so ist in diesem Sommer nur Rückkehrer Frederic Stüber in die Kategorie „erfahren“ einzuordnen. Magnus Grupe, Oskar Knudsen und Sadok Ben Romdhane sind Nachwuchsakteure, zusammen mit vier Jungspunden aus dem HLZ haben sie sich an den harten Alltag in der Zweiten Liga zu gewöhnen. Das ist eine Kurskorrektur, und folglich sei vor allzu hohen Erwartungen gewarnt. In Jannek Klein, Tom Bergener und Julius Meyer-Siebert haben die Eulen drei wertvolle Kräfte verloren.
Trainer Johannes Wohlrab ist vor einem Jahr angetreten, weil er sich mit der Idee anzufreunden wusste, die Eulen Ludwigshafen dauerhaft in den Top 20 des Landes zu positionieren. Davon sollte nicht mehr die Rede sein. Der Stamm der Eulen-Mannschaft steht, das Team hat in Mex Raguse einen herausragenden Einzelkönner. Aber zunächst einmal wird das Ziel sein, eine sorgenfreie Saison zu spielen. Zumal unklar scheint, ob Maximilian Haider seine Rückenprobleme in den Griff bekommt. Zurzeit macht der Kapitän eine Reha.
Wenn die jungen Wilden in der kommenden Spielzeit den einen oder anderen Entwicklungsschritt machen, wenn das Team mit Leidenschaft und Herzblut agiert und wenn die Friedrich-Ebert-Halle so wie in der vergangenen Saison vor Volksfeststimmung sprüht, dann ist das auch völlig in Ordnung. Waghalsige finanzielle Entscheidungen wird es bei den Eulen Ludwigshafen nicht geben, denn wie sagte Lisa Heßler am Donnerstag: Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Dafür standen die Eulen übrigens schon immer, schon in der jahrelangen Ära von Geschäftsführer Werner Fischer.