KOMMENTAR
Der FCK – mittendrin in einer verrückten Liga
Wem die Bundesliga zu langweilig ist, weil der FC Bayern München, der es ohne Zweifel über nun schon vier bis fünf Jahrzehnte hinweg hervorragend macht, ständig recht problemlos Meister wird, der schaue zwei Klassen nach unten.
Da verlieren die aktuell in der Tabelle führenden Mannschaften gegen Teams aus unteren Zonen des Klassements – und dabei fallen teils jede Menge Tore.
Wie am Montagabend im Aufsteigerduell. Da sahen leider nur 1159 Zuschauer im Jahn-Sportpark am Prenzlauer Berg sieben Treffer in einer hochspannenden Partie. Dreimal führte die gastgebende Berliner Viktoria, ihres Zeichens Überraschungszweiter der Dritten Liga – und am 15. August 4:0-Sieger gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dreimal glich der vom Südwestpfälzer Rüdiger Ziehl trainierte TSV Havelse aus. Um ab der 80. Minute dann erstmals zu führen und am Ende gar mit 4:3 zu gewinnen – das Schlusslicht hat ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Und erneut bewiesen, dass in dieser engen, verrückten Liga wirklich alles, alles, alles möglich ist.
Da sage einer, Profifußball sei langweilig
Nach etwa einem Viertel der Saison trennen den Halleschen FC auf Rang neun und seinen sachsen-anhaltinischen Landesrivalen 1. FC Magdeburg auf Platz eins gerade mal drei lausige Zähler. Da sage noch mal einer, Profifußball sei langweilig.
Mittendrin in dieser Liga: der FCK. Die Roten Teufel haben sich und ihren Trainer Marco Antwerpen per Zwischenspurt mit zwei Siegen in Serie vom ganz akuten Riesendruck befreit, ihre Fans am „Betze“ mal wieder fröhlich feiern lassen. 2:0 in Lotte beim SC Verl, 2:0 gegen den bisherigen Tabellendritten VfL Osnabrück – in der Defensive stabil und sehr konzentriert, dazu einige gefährliche Nadelstiche in Richtung gegnerisches Tor. Rang zwölf.
„So kannst du Spiele gewinnen“
Das neue System mit Vierer-Mittelfeldraute lässt den Außenbahnspielern viel Platz – den nutzte rechts Philipp Hercher perfekt: Tor und Vorlage gegen Verl, Tor gegen den VfL. „Das ist zwar nicht für alle Zuschauer immer schön anzusehen, da gibt es auch mal lange Bälle – aber so kannst du in der Dritten Liga Spiele gewinnen“, sagt der erfahrene FCK-Verteidiger Kevin Kraus (29).
Am Samstag (14 Uhr) tritt der FCK in Hannover an, in der riesigen Arena der 96er. Gegner an seiner Ausweichspielstätte: genau – der TSV Havelse aus dem niedersächsischen Garbsen, das Überraschungsteam von Montag.
