KOMMENTAR
Der FCK braucht totale Transparenz und enge Teamarbeit aller
Der enttäuscht zurückgetretene FCK-Aufsichtsrat Koblischeck ist es als Telekom-Manager gewohnt, dass die Verpflichtung zur Compliance, zur Regeltreue und zur sauberen Unternehmensführung, selbstverständlich sein muss. Für einen Dax-Konzern wird es ungemütlich und teuer, wenn Dinge nicht sofort offengelegt und verfolgt werden. Entsprechend forsch ist der Manager als FCK-Aufsichtsrat vorgegangen, als er von einem internen Brief von Sportdirektor Notzon erfuhr mit Datum 23. Februar, drei Tage vor der Jahreshauptversammlung. Koblischeck verlangte sofort schonungslose Aufklärung der Vorwürfe, sah den Kritikbrief der Versammlung vorenthalten.
Kapitalmarkt und träger Traditionsklub – zwei Welten
Die Bosse der Vereinsgremien halten entgegen, die Zeit, alle intern der unangemessenen Einmischung ins Tagesgeschäft beschuldigten Kontrolleure und Geldgeber zu hören, sei zu knapp gewesen. Da prallen zwei Welten aufeinander. Hier die Gepflogenheiten am Kapitalmarkt, da „e. V.“ – ein oft noch träger Traditionsklub, der erst seit 2018 auch Kapitalgesellschaft ist. Für die andere Regeln gelten. Aktienrecht. Nun will der FCK daraus lernen und juristisch alles gut aufklären lassen.
Vielleicht naiv, aber: größtmögliche Transparenz! Gemeinsam klug antizipieren, was problematisch werden könnte und das extrem offensiv, aber ruhig kommunizieren – warum wird der FCK dafür nicht Modellklub? Er böte Kritikern viel weniger Angriffsfläche.
